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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. September 2017 | 20:51 Uhr

Von der Werkstattschule in das Schloss Bellevue

vom

svz.de von
erstellt am 18.Nov.2011 | 11:26 Uhr

Rostock/Berlin | Anstatt in der Schule zu sitzen und mit ihren Mitschülern zu lernen, sind Gesine Mulsow und Ronja Hingst heute zu Gast im Berliner Schloss Bellevue. Dort treffen sie auch auf das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland, Christian Wulff.

Die beiden Schülerinnen der Werkstattschule in Rostock belegten den ersten Platz im landesweiten und den dritten Platz im deutschlandweiten Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten und wurden darum nach Berlin eingeladen. Mir ihrem Beitrag deckten die beiden 15-Jährgen einen Skandal in der Rostocker Geschichte auf und entlarvten den Rechtsanwalt und Notar Wilhelm Ulenoge, als den größten Fälscher Mecklenburgs.

Lehrerin Dr. Beate Behrens brachte die Schülerinnen auf die Idee, an dem diesjährigen Wettbewerb zum Thema "Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte" teilzunehmen. "Ich habe die beiden gezielt angesprochen, denn ich wusste, dass sie geschichtsinteressiert sind", so Behrens. Gesines Vater, der Archäologe ist, hatte schließlich die konkrete Themenidee für das Projekt. "Wir suchten unter anderem im Stadtarchiv nach Quellen", sagt Gesine. Weitere hilfreiche Informationen über den Fall Ulenoge lieferte der Rostocker Prof. Ernst Münch, denn er ist auf das Thema Mecklenburgische Landesgeschichte spezialisiert. Gemeinsam bekamen sie heraus, dass der Rostocker Rechtsanwalt und Notar im 16. Jahrhundert über 100 Besitzurkunden gefälscht hatte und dass ihm dabei die Elisabeth Moltke von Toitenwinkel half. Für die Fälschungen wurde Ulenoge später zum Tode verurteilt und auf dem Güstrower Marktplatz gehängt. "Obwohl seine Machenschaften bekannt waren, wurde das Thema in Rostock vertuscht", sagt Ronja.

Ihre Forschungsergebnisse arbeiteten die Schülerinnen kreativ auf. Aus Sicht des Fälschers schrieben sie ein Tagebuch, das sein Leben zwischen 1572 und 1568 widerspiegelt. "Ronja hat alles mit einer Feder und Tinte aufgeschrieben und ich habe dazu gezeichnet", sagt Gesine. Die Arbeit hat sich gelohnt. 750 Euro gab es für die beiden Platzierungen auf Landes- und Bundesebene.

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