zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 15:20 Uhr

Rostock : Von der Weide auf den Teller

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

„Echter Genuss kommt von echter Landwirtschaft“, sagt das Team von Oberlecker, das Fleisch aus der Region vertreibt

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Schnellen Schrittes schreitet Laura Gertenbach über das Feld. Zielgerichtet steuert sie eine Weide an, auf der rund 20 Kühe seelenruhig die wärmenden Sonnenstrahlen genießen. „Die schwarze Kuh dort ist eine Zuchtkuh. Sie wird nicht geschlachtet.“ Sie zeigt auf einen schwarzen Fleck inmitten der Herde. „Dass wir wissen, wo die Tiere herkommen, wie sie aufwachsen und leben, wie sie versorgt werden und was sie zu fressen bekommen, gehört zu unserem Credo. Manchmal kennen wir sogar ihre Namen.“ Laura lacht. Die 32-Jährige ist die Chefin von Oberlecker, einer Lebensmittelboutique im Internet. „Bisher gibt es uns nur Online und bisher vertreiben wir auch nur Fleisch“, erklärt sie. „Langfristig wollen wir auch Obst und Gemüse anbieten, Honig und Chutneys. Ein kleiner Laden in der Stadt soll zum Anlaufpunkt werden und mit einem mobilen Shop wollen wir durchs Land fahren.“

Die Idee für Oberlecker hat Laura Gertenbach gemeinsam mit ihrer Familie entwickelt. Schon ihre Urgroßmutter war Landwirtin und auch ihr Vater ist als studierter Agrarwirt auf dem Gebiet versiert. „In den 90er-Jahren hat mein Vater seinen landwirtschaftlichen Betrieb gegründet und betreibt seither Ackerwirtschaft“, erzählt sie. Darüber hinaus sei die Familie mit einem Versandhandel für Weihnachtsbäume erfolgreich. „Nun kommt die Direktvermarktung von Oberlecker hinzu“, sagt Laura, die bei der Namensgebung ihrer kleinen Firma ebenfalls auf ihren Vater vertraute. „Alles war fix, nur der Name fehlte noch. Mein Vater berichtete von einem Restaurantbesuch und dem ,oberleckeren’ Essen. Er stierte mich an, ich grinste zurück und wir beide wussten, der Name passt.“

Fünf Monate hat Laura Gertenbach in die Planung ihres Lebenstraumes investiert. Für die Umsetzung hat sie sich zwei Freundinnen mit ins Boot geholt. „Unser gemeinsamer Nenner ist die Leidenschaft für gutes Essen. Essen ist für uns mehr, als nur satt zu werden.“ Die Mädelstruppe setzt auf natürlichen Geschmack und Regionalität. „Die Lebensmittel, die wir anbieten, haben eine Biografie. Wir arbeiten mit Landwirten aus der Region zusammen, kennen ihre Höfe und ihre Historie. Der Transparenzfaktor wird von A bis Z durchgezogen“, erläutert Laura.

Das Fleisch von Oberlecker kann im Internet als Paket bestellt werden. Damit es frisch beim Verbraucher ankommt, arbeiten die Damen mit einem Lieferdienst zusammen, der auch nachts fährt. Ein exaktes Lieferdatum für die Produkte könne aber nie angegeben werden. Der Grund: „Damals war es in Dorfgemeinschaften üblich, dass ein Tier erst geschlachtet wurde, wenn das Fleisch zu 100 Prozent verkauft war. Das ist bei uns genauso. Es ist auch nicht möglich, ein einzelnes Filet zu kaufen“, verdeutlicht Laura, die in jedes Päckchen auch ein paar Rezepte hinzulegt.

Um den urbanen Bürger aufs Land zu locken, wollen die drei Mädels von Oberlecker künftig auch Erlebnistouren auf die Kooperationsbauernhöfe anbieten. „Eine gläserne Hofboutique sozusagen“, beschreibt Laura Gartenbach und verdeutlicht: „Ein Blick hinter die Kulissen kann das Bewusstsein und das Interesse für regionale Produkte entwickeln.“ Parallel dazu hat das Oberlecker-Team ein Online-Magazin gestartet, das seine Schwerpunkte bei den Themenbereichen Essen und Lebensstil setzt. „Wir veröffentlichen Porträts über unsere Landwirte oder schreiben Reportagen über die Arbeit auf den Bauernhöfen“, so Laura.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen