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Frauen in Führungspositionen : Von der Bahn auf den Chefsessel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Regina Wienholz (44) ist Teamleiterin bei der RSAG – ihre Laufbahn begann sie als Straßenbahnfahrerin.

Für 55 Bus- und Straßenbahnfahrer ist Regina Wienholz (44) die Ansprechpartnerin: Als Teamleiterin im Bereich Fahrdienst bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ist sie für die Personalbetreuung verantwortlich. Zurzeit stehen die Bewerbungsgespräche für die neuen Auszubildenden zur „Fachkraft im Fahrbetrieb“ an, auch die Weiterbildung für die Fahrdienstmitarbeiter wird gerade geplant. In der Serie „Mehr Frauen in Führungspositionen – Regionale Bündnisse für Chancengleichheit“ stellen die NNN erfolgreiche Frauen in Rostock vor.

Die bundespolitische Debatte, eine Frauenquote in Unternehmen einzuführen, ist für die RSAG kein Thema. Regine Wienholz hat sich von der klassischen Straßenbahnfahrerin aus eigenen Kräften bis zur Teamleiterin hochgearbeitet. Eine Quote brauchte es dafür nicht. Generell sei der Anteil an Frauen und Männern bei dem Verkehrsunternehmen ausgeglichen, so Wienholz.

Angefangen hat sie 1987 als Fachkraft im Nahverkehr. Später qualifizierte sich die 44-Jährige mit einem Busführerschein weiter. Mit ihrer Ausbildung war Regina Wienholz zwar zufrieden, wollte aber noch mehr in ihrem Leben erreichen. Deswegen absolvierte sie 2006 eine zweijährige Weiterbildung zum Verkehrsfachwirt. „Zeitgleich habe ich als Teamleiterin angefangen“, sagt sie. Dort fühlt sie sich angekommen. Heute sitzt Regina Wienholz überwiegend im Büro auf dem RSAG-Betriebshof. „Aber zweimal im Monat fahre ich regelmäßig einen Reservedienst.“ So verlernt sie ihr Handwerk nicht, behält die Strecke und die Sorgen ihrer Fahrer im Blick. „Nur so kann ich wissen, was auf der Strecke los ist“, sagt sie. Auch generell liebt es die Teamleiterin, ab und an in der Kanzel einer Straßenbahn oder hinter dem Steuer eines Busses zu sitzen. „Busse sind mir noch lieber, da ich dort direkten Kontakt zu den Menschen habe“, sagt sie.

Neben dem routinierten Alltag müssen Regina Wienholz sowie ihre Teamleiterkollegen auch mit Unvorhergesehenem umgehen und im Ernstfall zur Stelle sein. „So betreue ich nach einem schweren Unfall die Fahrer und spreche mit ihnen“, sagt Regina Wienholz. Danach gehe es für die Fahrer zum Betriebsarzt. Dort kann festgestellt werden, ob sie wieder einsatzbereit sind, oder ob sie aufgrund der traumatischen Erfahrung, bei der gegebenenfalls ein Mensch verletzt wurde, eine Auszeit brauchen. „Viele Fahrer sind allerdings hart gesotten und fahren gleich wieder los“, sagt die 44-Jährige. Sie hat aber auch Verständnis, wenn jemand Zeit braucht, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Privat hat Regina Wienholz ihr Glück gefunden. „Vor fast einem Jahr habe ich meine Internetbekanntschaft geheiratet“, sagt sie. Für möglich hätte sie so etwas vorher nicht gehalten, aber mit ihrem Mann Norbert ist sie überglücklich. Beide haben Kinder mit in die Ehe gebracht, die bereits berufstätig sind und ihr eigenes Leben führen. „Ich freue mich, wenn unsere Kinder Andy und Lisa mal zu uns zu Besuch kommen“, sagt sie. Im Umland von Rostock bewohnt Regina Wienholz eine Doppelhaushälfte unweit der Warnow. „Mit unserem Ruderboot schippern wir gerne den Fluss im Sommer entlang.“ In ihrem kleinen Garten baut sie Obst und Gemüse an. Das hält fit und bringt die erholsame Ruhe vom manchmal stressigen Alltag.


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