Luftwaffe Rostock-Laage : Von 24 Flugzeugen nur 16 einsatzbereit

Bundeswehr-Inspekteur unzufrieden
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Bundeswehr-Inspekteur unzufrieden: Nur ein Bruchteil der Euro-Fighter sind im Luftwaffenstützpunkt Rostock-Laage einsatzbereit

Bei der Bundeswehr fehlt es an Geld, Personal und gutem Material. Der neue Inspekteur der Luftwaffe schaute sich am Mittwoch auf dem Fliegerhorst Laage um

svz.de von
13. Juni 2018, 20:45 Uhr

Bei der Luftwaffe muss sich nach Ansicht des neuen Inspekteurs, Generalleutnant Ingo Gerhartz, vieles verbessern. „Die Einsatzbereitschaft ist wirklich nicht zum Besten bestellt“, sagte er am Mittwoch bei einem Besuch des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Laage (Kreis Rostock). So waren den Angaben zufolge von 24 Eurofightern, die am Mittwoch im Fliegerhorst standen, nur 16 einsatzbereit. Insgesamt stünden viele Flieger still, weil Ersatzteile fehlten. Die Industrie müsse hier ihren Beitrag leisten.

Dies führe auch dazu, dass die Piloten nicht auf die erforderliche Zahl von Flugstunden kämen, sagte Gerhartz. So sollte ein junger Pilot mit frisch beendeter Ausbildung idealerweise auf 140 Flugstunden pro Jahr kommen, derzeit seien es nur rund 100 Stunden.

Gerhartz hatte seinen neuen Posten Ende Mai als Nachfolger von Karl Müllner angetreten. Als ersten Truppenbesuch hatte er Laage gewählt.

Der Fliegerhorst ist als Ausbildungsort die „Wiege für all unsere Eurofighter-Piloten“, wie er sagte. Am Standort arbeiten rund 1300 Menschen, davon 1000 Soldaten und bis zu 60 Piloten.

Wie der Inspekteur berichtete, machten sich viele ältere Soldaten Sorgen um den Eintritt in die Pension und Überlegungen, das Pensionsalter anzuheben. „Da konnte ich sie beruhigen, dass das jetzt erstmal so bleibt.“ Die Bewerberlage bei der Luftwaffe bezeichnete Gerhartz als befriedigend, da sie attraktive Berufe bieten könne. So hätten die Mechaniker dank ihre hoch qualifizierten Ausbildung keine Probleme, nach dem Ende ihrer Bundeswehrzeit einen adäquaten Beruf zu finden.„Die Schlagzeilen der letzten Wochen, dass unsere Maschinen Schrott sind, dass wir am Boden stehen, die helfen natürlich nicht unbedingt, als attraktiver Arbeitgeber bei jungen Menschen dazustehen.“ Derzeit zählt die Luftwaffe rund 27 600 Soldaten.

Hauptaufgabe des Luftwaffengeschwaders ist die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe. Daneben übernimmt das Geschwader bei Bedarf zusätzlich neben zwei weiteren Jagdverbänden die Sicherung des deutschen Luftraums und kann somit auch lufthoheitliche Aufgaben wahrnehmen. Das sogenannte „Air Policing“ beinhaltet die Befähigung zur Bereitstellung einer Alarmrotte, die in kürzester Zeit auf Anweisung eines Nato-Gefechtsstands eingesetzt werden kann.

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