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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 06:32 Uhr

Vom Elternabend in den Boxring

vom

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2011 | 12:30 Uhr

Schmarl | Master of Desaster gegen ...

Matthias Herrmann schlägt sich durch. Er steigt am 17. Dezember bei der Benefiz Fight Night in den Ring. Der Erlös dieses besonderen Kampfes von bekannten Rostockern und Sportlern wird an Rostocker Einrichtungen gespendet, die sich für die Kinder der Hansestadt einsetzen.

"Mir gehts gut - gestresst, aber gut. Es zerrt schon", sagt Herrmann beim Training mit seinem Team der blauen Ecke. Sogar vor der Arbeit verschlägt es ihn zu Trainer Martin Sengbusch, der ihn einen Liegestütz nach dem anderen machen lässt - genauso wie seinen Teamkollegen, Schwimmstar Thomas Rupprath. Herrmann ist nicht wiederzuerkennen. Aus dem souveränen Geschäftsmann ist ein Kämpfer geworden. "Es ist meine allererste Berührung mit dem Boxen." Sonst hat er die Kämpfe nur im Fernsehen verfolgt. "Das ist natürlich leichter, nur gucken und neunmalklug sagen, da muss man schneller sein. Jetzt spüre ich, wie schwer es ist, die Hände drei Minuten oben zu halten." Im Fernsehen würde das alles noch ganz einfach wirken. Auch Freunde und Familie hätten nicht gedacht, dass Herrmann den Anzug gegen die Boxhandschuhe eintauschen würde. Im ersten Moment seien alle etwas perplex und ängstlich, wenn er davon erzählt, auch seine Frau. "Aber dann meinte sie, so könne ich wenigstens was abtrainieren." Herrmann nimmt es mit Humor. Beim Boxen setzt er auf Erfolge: "Natürlich gewinne ich." Er lacht. Er sieht das Boxen ernst, aber nicht verbissen.

Steckbrief Matthias Herrmann
Nickname: Master of Desaster
Alter: 45 Jahre
Gewicht: 86 Kilogramm
Größe: 1,75 Meter
Beruf: Chef des Warnowtunnels
Sportarten: Ski, Volleyball, Fußball
Hobby: Autofahren
Lieblingsgetränk: Weißwein


...Oskar von der Schule

Und das ist sein Gegner – Thomas Harnisch, kaufmännischer Leiter des Christophorus-Gymnasiums. Er steigt gegen Matthias Herrmann in den Ring. Aber es werden sich keine zwei Fremden duellieren. Die beiden kennen sich seit Jahren. Ihre Kinder, Herrmanns Tochter Johanna und Harnischs Sohn Jakob, gehen in die gleiche Klasse. Die beiden begegnen sich sonst bei Elternabenden, jetzt werden sie Auge um Auge gegeneinander kämpfen.

„Mein Sohn findet das cool“, sagt Harnisch. Seine Frau hat naürlich auch die Risiken einkalkuliert. „Aber letztlich profitiert sie davon, sie engagiert sich beim Kinderhospiz Oskar.“ Das ist eine der Stellen, für die die Eintrittsgelder gespendet werden. Doch auch der Sport reizt Harnisch. „Einen Boxkampf wollte ich immer schon mal machen.“ Er sucht die sportliche Herausforderung. Eiskalt und hochkonzentriert ist sein Blick bei den schnell aufeinanderfolgenden Trainingseinheiten. Er trainiert zweimal die Woche. Zusätzlich hat der kaufmännische Leiter noch an seiner Schule einen Lehrmeister gefunden. Der 25-jährige Sevastjan macht dort ein Freiwilliges soziales Jahr, ab und an kann er Harnisch noch den ein oder anderen Trick zeigen. Das genügt als Training. Früher war Harnisch noch aktiver, hat bei einem Triathlon mitgemacht. Jetzt folgt der Kampf gegen Herrmann. Martialisch wird es aber nicht werden. „Wir sind ja auch vernünftig, aber Ehrgeiz hat man trotzdem. Ich hoffe, wir können uns hinterher noch gut in die Augen schauen.“

Steckbrief Thomas Harnisch
Nickname: Oskar
Alter: 47 Jahre
Gewicht: 72 Kilogramm
Größe: 1,78 Meter
Beruf: Kaufmännischer Leiter des CJD
Sportarten: Fußball
Hobby: Fahrradfahren
Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod

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