Warnemünde : Vom Eierwärmer bis hin zur Postkarte

Museumsleiterin Kathrin Möller mit einem Eierwärmer. Sie vermutet, dass er von Christine Jungmann stammt.  Fotos: mapp
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Museumsleiterin Kathrin Möller mit einem Eierwärmer. Sie vermutet, dass er von Christine Jungmann stammt. Fotos: mapp

Österliche Exponate sind rar im Fundus des Warnemünder Heimatmuseums. Gezeigt werden Familienerbstücke und Notizen von Wossidlo

svz.de von
28. März 2016, 09:00 Uhr

Der Fundus vom Warnemünder Heimatmuseum ist umfangreich. Nur zum Thema Ostern finden sich wenige Stücke. Museumsleiterin Kathrin Möller hat davon ein paar Exponate zusammengetragen. Eine besonders schöne Arbeit ist ein Eierwärmer, der aufwändig hergestellt worden ist. Von wem er stammt, das ist derzeit noch offen.

Dafür hat die Museologin nur eine Vermutung: „Da sich kein Vermerk über eine Schenkung findet, könnte es sein, dass er aus dem Altbestand von Christine Jungmann stammt“, so die Museumsleiterin. Christine Jungmann hat ja in dem Haus gelebt, das die letzte Bewohnerin später dem Museum vermacht hat. „Von Beruf war sie Putzmacherin und Schneiderin, so könnte es sein, dass sie ihn selbst hergestellt hat“, ergänzt Möller. In den Seitenteilen der textilen Arbeit finden sich Notizen. Die Jahreszahl ist nicht lesbar, aber das Datum „23.08.“ steht dort in Zahlen.

Weiterhin findet sich unter den vielen Stickereien im Fundus ein Stickmustertuch, das Mädchen zum Erlernen des Stickens besaßen. Besonders an diesem Exponat ist, dass dort der Zusatz „Ostern 1908“ drauf steht. Das Tuch hat Bärbel Hackstein aus Lütten Klein dem Museum vermacht, es muss von ihrer Oma Ella Lantow stammen, die als Elfjährige danach Sticken gelernt hat. „Dieses Können wurde später zum Besticken der Monogramme auf Bett- und anderer Wäsche angewandt“, erzählt Möller. Außerdem gibt es noch Postkarten. Eine stammt aus den 20er- und 30er-Jahren, eine hat eine Frau namens Else an Pastorin Weltzien geschrieben.

Im Zettelkasten des großen Volkskundlers Richard Wossidlo findet sich auch ein Hinweis zum Thema Ostern in Warnemünde: „Grünen Donnerstag geew Swaanschen Koken“. Übersetzt heißt das, dass es Gründonnerstag Kuchen aus Schwaan auf dem Markt zu kaufen gibt. Der war wohl sehr beliebt, aber zu jeder Zeit durften die Schwaaner nicht in Warnemünde verkaufen. Gründonnerstag bildete da eine Ausnahme, die sich auch schnell verbreitete.

Im Warnemünder Heimatmuseum ist von diesem Thema zu Ostern nichts ausgestellt, aber ein Besuch im Fischerhaus Alexandrinenstraße 31 lohnt dennoch zu jeder Zeit.

Geöffnet: Heute, morgen und Ostermontag von 10 bis 17 Uhr, jeden anderen Montag ist geschlossen.


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