Rostock : Volkstheater in der Findungsphase

<p>Auf Vollmacht arbeitet Joachim Kümmritz (l.) ab sofort als Intendant. Sein Vertrag als Geschäftsführer soll am 1. August beginnen. Nur noch bis Ende Juli ist Stefan Rosinski (M.) an der Theaterspitze, er wechselt zu den Bühnen Halle.Offiziell ist auch Senator Chris Müller noch Geschäftsführer, Oberbürgermeister Roland Methling ist als Stadtoberhaupt Gesellschafter.</p><p> </p>

Auf Vollmacht arbeitet Joachim Kümmritz (l.) ab sofort als Intendant. Sein Vertrag als Geschäftsführer soll am 1. August beginnen. Nur noch bis Ende Juli ist Stefan Rosinski (M.) an der Theaterspitze, er wechselt zu den Bühnen Halle.Offiziell ist auch Senator Chris Müller noch Geschäftsführer, Oberbürgermeister Roland Methling ist als Stadtoberhaupt Gesellschafter.

 

Joachim Kümmritz beginnt Intendanz auf Vollmacht und macht morgen seinen Antrittsbesuch. Erste Gespräche zeigen gemeinsame Zielstellung auf.

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22. Juni 2016, 05:00 Uhr

Joachim Kümmritz vom Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin wird ab sofort als Intendant am Rostocker Volkstheater arbeiten. Am Dienstag haben die beiden aktuellen Geschäftsführer Stefan Rosinski und Ordnungssenator Chris Müller (SPD) sowie der Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) die Vollmacht für seine künstlerische Leitung unterschrieben.

Kümmritz wird am Donnerstag im Haus in der Doberaner Straße sein und sich von morgens bis abends bei den verschiedenen Gewerken über deren Arbeit informieren. Basierend darauf wird er in Kooperation mit Geschäftsführung und Aufsichtsrat an den bestehenden Spielzeitplanungen weiterarbeiten. Betriebsratsvorsitzender Ingo Templin und Aufsichtsratsvorsitzende Sybille Bachmann haben sich bereits am vergangenen Donnerstag zu einem konstruktiven Gespräch mit Kümmritz getroffen. „Wir haben uns die gegenseitigen Positionen versichert, wohin es gehen soll, was wir unter Theater verstehen. Und das geht in die gleiche Richtung. Das ist schon mal sehr gut“, so Templin. Auch Bachmann gibt positive Zeichen: „Es läuft an. Die Spielzeitplanung kann weitergehen.“

 

Aktuell seien noch Abstimmungen notwendig, weil Kümmritz auch noch in Neustrelitz vertraglich gebunden ist. Sein neuer Vertrag soll zum 1. August in Rostock beginnen. Den Vertrag, möglicherweise auch für die Doppelrolle als künstlerischer und wirtschaftlicher Geschäftsführer, wird der OB aufsetzen lassen und in der Hauptausschusssitzung am 19. Juli zur Debatte stellen. Zum Ende des Monats verlässt Rosinski, der bisherige wirtschaftliche Geschäftsführer, das Haus und wechselt nach Halle.

Auf Joachim Kümmritz liegen die Hoffnungen, das Volkstheater durch eine schwierige Übergangszeit zu bringen. „Das erhebliche Zurückfahren von Musiktheater und Gastspielen sowie der Besuchereinbruch beim Schauspiel in den letzten beiden Jahren haben dem VTR zirka 30 000 Besucher gekostet“, stellt die Aufsichtsratsvorsitzende Bachmann raus. Die Landesmittel, die an Besucherzahlen gekoppelt sind, seien auch gesunken. „Wir müssen nun darum kämpfen, dass sie nicht aufgrund der Ergebnisse von 2015 und 2016 weiter zurückgehen“, sagt sie, weil die Auswirkungen die Folgejahre träfen. In den letzten beiden Jahren sei de facto als Modell das Schauspielhaus mit zusätzlichem Schwerpunkt Orchester gelebt worden. „Dass dies nicht aufging, ist überdeutlich. Es geht nur mit allen vier Sparten zusammen, aber den richtigen Schwerpunktsetzungen“, sagt Bachmann. Als Zielstellung müsste es das Theater statt aktuell 599 auf 700 Vorstellungen bringen, auf 115 000 statt 84 000 Besucher und damit Erlöse von 1,5 statt 2015 rund 1,26 Millionen Euro.

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