Volkstheater: Haustarif auf der Kippe

Das Große Haus des Rostocker Volkstheaters. Foto: Archiv
Das Große Haus des Rostocker Volkstheaters. Foto: Archiv

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15. August 2012, 11:30 Uhr

Rostock | Der Haustarif für das Volkstheater Rostock droht zu scheitern. Geschäftsführer Stefan Rosinski will die Gespräche mit den vier beteiligten Gewerkschaften nach der Sommerpause wieder aufnehmen, steht aber vor einer schwierigen Aufgabe. "Momentan sehe ich die Chancen bei 50 zu 50, dass wir zu einem Abschluss kommen", sagt er.

Die größte Herausforderung: "Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hat noch mal ein Fass aufgemacht, bei dem ich dachte, dass wir längst durch sind", so Rosinski. Hintergrund sei ein Streit auf Bundesebene zwischen der DOV und dem Deutschen Bühnenverein um die Auslegung eines früheren Tarifabschlusses. "Die anderen Gewerkschaften haben aber zur Bedingung gemacht, dass alle mitziehen", sagt der Theater-Chef.

Generell stößt er mit dem Haustarif bei ihnen auf wenig Gegenliebe. "Letztendlich ist das ein Absenkungstarif - da geht es immer ums Verzichten", sagt Agnes Schreieder von Verdi. Erfahrungsgemäß helfe das nicht weiter, sondern reiße langfristig noch größere Löcher in die Etats. Dass die Arbeitnehmerseite trotzdem zu Gesprächen bereit ist, liege einzig am geplanten Theaterneubau. "Den unterstützen wir, weil damit ein neuer Anfang gemacht werden kann", so Schreieder. Sie fordert aber Sicherheiten, dass der Neubau wirklich kommt.

Darüber hinaus geht es um Geld, Stellensicherheit und acht bis zehn Tage Freizeitausgleich. Dem Entwurf von Rosinski zufolge sollen die 280 Theater-Mitarbeiter ab dem 1. Januar 2013 für fünf Jahre anteilig auf ihr 13. Gehalt und auf Tariferhöhungen verzichten. Allein Ersteres mache 750 000 Euro jedes Jahr aus. "Die Personalkosten sind mit 14,9 Millionen Euro unser größter Brocken", sagt der Geschäftsführer. Und sie seien der einzige Posten mit Einsparpotenzial - die laufenden Betriebskosten seien auf das absolute Minimum reduziert. Sollte der Haustarif scheitern, geriete die Bühne erneut in bedrohliche Schieflage. Schon jetzt beträgt das Defizit für das kommende Jahr 970 000 Euro. "Ohne die eingestellten Tariferhöhungen wären wir bei 1,7 Millionen Euro", sagt Rosinski. Gleicht die Stadt als Gesellschafter den Fehlbetrag nicht aus, drohten Kündigungen.

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