Volkshochschule zieht die Preise an

Dr. Horst Geyer ist Leiter der Rostocker Volkshochschule und setzt die neue Entgeltordnung zum kommenden Semester um.
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Dr. Horst Geyer ist Leiter der Rostocker Volkshochschule und setzt die neue Entgeltordnung zum kommenden Semester um.

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18. Mai 2012, 06:42 Uhr

Rostock | Wer an der Rostocker Volkshochschule die Berufsreife nachholen, einen Foto-, Sprach- oder Yoga-Kurs besuchen will, muss dafür künftig tiefer in die Tasche greifen. Denn die kommunale Weiterbildungseinrichtung zieht die Preise an. Grund dafür ist ein Beschluss der Bürgerschaft über eine neue Entgeltordnung. Die Volkshochschule soll ihren Gewinn in Zukunft um 50 000 Euro jährlich steigern - und damit ihren Beitrag zur Sicherung des städtischen Haushalts leisten. Ab dem kommenden Wintersemester werden die Kurse daher teurer.

So werden die Entgelte für Kurse zum Erwerb der Berufsreife oder der Mittleren Reife nach der Anzahl der Wochenstunden berechnet. Ein Kurs à 16 Stunden kostet künftig 140 Euro pro Semester. Bisher wurden dafür 89,48 Euro fällig. Das ergibt eine Steigerung um 56 Prozent. Die Volkshochschule, die vor allem auch eine bildungs- und sozialpolitische Aufgabenstellung zu erfüllen hat, rechtfertigt diese Steigerung damit, dass Ermäßigungen in Anspruch genommen werden können. So sei das Preisniveau immer noch sozial verträglich, heißt es in der neuen Entgeltordnung, denn Rostocker können die Gebühren bis zur Hälfte erlassen bekommen. Noch größer ist der Preisanstieg bei den Angeboten der Grundbildung - also Rechnen, Lesen und Schreiben. Diese können mitunter doppelt so viel kosten wie bisher.

Die Ermäßigungsrate für Schüler, Studenten, Azubis, Asylbewerber oder Empfänger von Sozialhilfe bleibt mit 30 Prozent gleich. Hinzu kommt, dass Inhaber der Ehrenamtscard der Hansestadt Rostock künftig ebenfalls eine Ermäßigung beantragen können. Wer einen Warnowpass besitzt, bekommt sogar die Hälfte der Kursgebühren erlassen. Beides sind Maßnahmen in der Entgeltordnung, mit denen die Volkshochschule Rostocker Kursteilnehmern gegenüber Teilnehmern aus dem Umland einen Vorteil verschaffen will.

Alle anderen Angebote der Volkshochschule sind in der neuen Entgeltordnung detailliert abgebildet. Hier werden für die verschiedenen Bereiche so genannte Entgeltkorridore festgelegt, in denen sich der jeweils für eine Stunde veranschlagte Preis bewegen kann. So sind beispielsweise Seniorentanz, Fitness und Gymnastik, künstlerisch-handwerkliches Gestalten, Fremdsprachen und PC-Grundlagen einzelne Kursbereiche. Hier wurde die jeweils untere Grenze der Kursgebühren deutlich angehoben. Davon versprechen sich Volkshochschule und Politik eine Steigerung der Einnahmen. Denn im Gegensatz zu den Angeboten, die sich vorrangig an benachteiligte Zielgruppen richten oder für die Entwicklung des Gemeinwesens von Bedeutung sind, ist in diesen Bereichen die Spanne groß, in der die Gebühr festgelegt werden kann. So können beispielsweise für einen Kurs in Naturheilkunde die Preise pro Kursstunde zwischen 3,50 und 7 Euro schwanken.

Die Volkshochschule hat ihre Hauptgeschäftsstelle am Kabutzenhof. Dies ist jedoch nur eine Übergangslösung. Denn künftig sollen diese sowie das Büro in Lütten Klein zusammengelegt werden. Dafür favorisiert die Schule den Standort Erich-Schlesinger-Straße. Dieser ist aber erst ab dem kommenden Jahr bezugsfertig.

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