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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 21:03 Uhr

Arbeit der Zukunft : Virtuelle Hilfe für Industrie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Forscher des Fraunhofer-Instituts stellen neue Methoden für Fabrikarbeit vor. Ministerin warnt vor Datenklau.

Wie junge Arbeiter in Zukunft den Umgang mit großen Maschinen und Fabrikanlagen in einer virtuellen Realität erlernen könnten, haben Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts in Rostock gestern Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles (SPD), vorgeführt. Industrie 4.0 nennen die Wissenschaftler die intelligenten Assistenzsysteme: „Die vernetzte und erweiterte Realität dient dem Training und der Wartung im Maschinen- und Anlagenbau“, erklärt Prof. Bodo Urban, Standortleiter des Fraunhofer-Instituts für Grafische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock

So können Werksarbeiter mithilfe einer Datenbrille und Joysticks in der erweiterten Realität beispielsweise riesige Druckwalzen zerlegen und reparieren sowie dem Nachwuchs diese Vorgehensweise virtuell beibringen. Die Bundesministerin lobte die Forschungsarbeit der Wissenschaftler am Rostocker IGD: „Intelligente, flexible Assistenzsysteme wie solche Datenbrillen können künftig eine große und wichtige Rolle übernehmen. Es ist gut, dass das ausführlich getestet und erforscht wird“, so Nahles.

Dass die Visualisierung existenzieller Daten – das Hauptgeschäft des IGD – auch mehr Sicherheit am Arbeitsplatz garantieren kann, führte Dr. Gerald Bieber gestern vor. Mittels mobiler Beschleunigungssensoren wie einer Smartwatch könne man körperliche Aktivitäten erfassen und messen. „Wenn also ein Arbeiter mit einem Hammer zuschlägt, eine Bohrmaschine oder den Presslufthammer bedient, misst das Gerät, welche Kräfte auf den Körper einwirken“, so Bieber. Man könne demnach die Arbeitsbelastung messen und notwendige Pausen einkalkulieren, die zum Schutze der Gesundheit unabdingbar sind, unterstreicht Urban.

Die Arbeitsministerin zeigte sich begeistert, gab aber zu bedenken: „Pausenmanagement ist wichtig, aber eine solche Überwachung hat positive wie negative Anwendungsbereiche. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt müssen auch wichtige Fragen zum Datenschutz geklärt werden.“ Man dürfe die Technologie nicht dazu missbrauchen, Arbeiter zu überwachen, ihre Pausenzeiten minutiös aufzuzeichnen und diese gegen sie verwenden, so Andrea Nahles.

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