Wirtschaft : Vier Prozent mehr Umschlag

Auf ein erfolgreiches Jahr 2015 kann die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH verweisen. Gestern auf dem Neujahrsempfang wurde die Bilanz vorgestellt.  Fotos: Georg Scharnweber
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Auf ein erfolgreiches Jahr 2015 kann die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH verweisen. Gestern auf dem Neujahrsempfang wurde die Bilanz vorgestellt. Fotos: Georg Scharnweber

Überseehafen mit 25,1 Millionen Tonnen Fracht / Kreuzfahrthafen mit den meisten Passagieren

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15. Januar 2016, 21:00 Uhr

Im Rostocker Überseehafen sind im vergangenen Jahr 25,1 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten gegangen. Das seien vier Prozent mehr als 2014 gewesen, sagten die beiden Geschäftsführer Jens Scharner und Gernot Tesch gestern. Das positive Ergebnis sei auch deshalb bemerkenswert, weil dem Hafen durch den Brand einer Getreideanlage mehrere Hunderttausend Tonnen Umschlag verloren gegangen waren. Der Schaden ist seit Silvester behoben, die Planungen für eine zweite Getreideanlage laufen.

Im ersten Halbjahr wies der Hafen noch ein Umschlagplus von rund zehn Prozent auf insgesamt 13,1 Millionen Tonnen Güter aus. Dass dieses Wachstum im zweiten Halbjahr weniger stark ausfiel, habe neben dem gesunkenen Getreideumschlag unter anderem an der Sperrung einer Bahntrasse zwischen Malmö und Trelleborg und den Abschaltungen im Rostocker Kohlekraftwerk gelegen. Zudem habe der Flüssiggutumschlag im vergangenen Jahr geschwächelt, teilten die Geschäftsführer mit.


2,2 Millionen Fährpassagiere


Gleichzeitig sei die Zahl der Passagiere auf den Linien nach Dänemark, Schweden und Finnland gestiegen. Sie erhöhte sich demnach um 200 000 auf rund 2,2 Millionen Reisende. Damit sei Rostock der größte deutsche Fährpassagierhafen mit mehreren Linienverbindungen nach Nordeuropa, hieß es. Die rund 27 000 zusätzlichen Flüchtlinge, die von September an per Fähre nach Schweden fuhren, spielten von der Dimension her nur eine geringere Rolle.

Von besonderer Bedeutung für den Hafen ist die Kreuzschifffahrt. Rostock hat sich in den vergangenen Jahren bundesweit zum Kreuzfahrthafen mit den meisten Passagieren entwickelt. Nach aktueller Planung werden im kommenden Jahr 182 Anläufe von 33 Kreuzfahrtschiffen erwartet. Damit werden nach der üblichen Betrachtungsweise rund 800 000 Passagiere von und an Bord gehen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 700 000. Die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe sind auch für die heimische Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Die Saison beginnt am 28. April mit dem Anlauf der „Aidadiva“.


Seekanal-Vertiefung dringend notwendig


Scharner zeigte sich zuversichtlich, dass die nach Ansicht des Hafens dringend notwendige Vertiefung des Seekanals Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan findet. Ursprünglich war vorgesehen, dass dieser Plan schon 2015 veröffentlicht wird.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte dies jedoch auf das Frühjahr 2016 verschoben. Die Vertiefung von 14,5 auf 16,5 Meter sei wichtig, um im internationalen Wettbewerb standhalten zu können, sagte Scharner. Die Schiffe würden immer größer, dies erfordere den Ausbau der Infrastruktur. Das Land hatte die Gesamtkosten auf gut 100 Millionen Euro geschätzt.

Im vergangenen Jahr habe die Hafen-Entwicklungsgesellschaft insgesamt rund zehn Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, sagte Scharner. Für 2016 sind für Investitionen in Flächen und Gebäude insgesamt rund 14 Millionen Euro geplant. Dazu gehöre auch die Schaffung eines 20 Hektar großen parkähnlichen Areals als Ausgleichsmaßnahme für Hafenprojekte. Dieser naturnahe Erlebnisraum soll bis Ende 2016 fertig sein.

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