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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 13:07 Uhr

Hochwasserschutz : Vier Gärten müssen weichen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In der Anlage An der Laak entsteht ein Kanalsystem zum Hochwasserschutz. Betroffene sind traurig, zeigen aber Verständnis #wirkoennenrichtig

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erstellt am 27.Jan.2017 | 12:00 Uhr

In diesem Jahr mischt sich bei Edith Klasse-Friese in die Vorfreude auf das Frühjahr noch etwas Wehmut. Die Warnemünderin gehört zu den vier Kleingärtnern der Anlage An der Laak, die ihre Parzellen aufgeben müssen. Die Gärten weichen einem knapp zwölf Meter breiten Grabensystem zum Hochwasserschutz. Diese Maßnahme haben die Abteilung Wasser und Boden des Amtes für Umweltschutz, der Verband der Gartenfreunde Rostock und andere Partner beschlossen. Sie ist die Konsequenz auf die Starkregenereignisse von 2011.

Damals standen hier und in anderen Warnemünder Anlagen viele Gärten unter Wasser, es musste eine Entwässerungsmöglichkeit gefunden werden. Alle anderen Varianten und Streckenverläufe scheiterten aus verschiedenen Gründen. „Wir haben ausführlich beraten, aber es ließen sich keine Alternativen finden, wir können diese vier Gärten leider nicht retten“, bedauert Bernd Kettner, Vorsitzender der Anlage An der Laak. Alle vier Kleingärtner sind traurig, aber sie zeigen Verständnis. „Hochwasserschutz ist wichtig, 2011 war auch unser Garten überflutet“, so Kleingärtnerin Klasse-Friese. Sie und ihr Mann Heinz bewirtschaften seit 2005 die Parzelle 11 der Anlage und sind deshalb 2008 extra ins Ostseebad gezogen. Die Warnemünderin bestätigt, was Christian Seifert, Vorsitzender des Verbandes der Gartenfreunde der Hansestadt, sowie Bernd Kettner sagen: „Es gibt großes Verständnis, Hochwasserschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und es ist eine einvernehmliche Lösung gefunden.“ Norbert Wieting vom Umweltamt und Kettner haben Gespräche mit den betroffenen Kleingärtnern geführt. „Das war ein Schreck, aber hätte es andere getroffen, wären auch sie traurig“, vermutet Klasse-Friese.

Die vier Gärten wurden geschätzt, die Summe wird ausgezahlt. „Wenn der Wunsch nach neuen Gärten besteht, sind wir behilflich“, sagt Seifert. „Für mich ist das ein Paradebeispiel, wie hier eine fachliche Notwendigkeit mit allen Beteiligten einvernehmlich umgesetzt wird“, betont er. Kleingärtnerin Klasse-Friese hofft derzeit noch, einen neuen Garten zu finden. „Ganz von vorn wollen wir aber nicht mehr anfangen“, schränkt sie ein.

Das Grabensystem wird noch in diesem Jahr angelegt. Die Hansestadt finanziert das Vorhaben.

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