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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 16:51 Uhr

Warnemünde : Vielfalt der Meere erhalten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Naturschützer und Wissenschaftler wollen über Probleme der Nord- und Ostsee aufklären. #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Am Passagierkai legt heute gegen 10 Uhr der Zweimaster „Ryvar“ ab. Dann segeln Naturschützer und Wissenschaftler zehn Tage lang zusammen. Dabei geht es aber nicht um Entspannung. Die Mission lautet: „Nabu macht Meer“, dafür sind alle mit an Bord. „Wir wollen uns für den Schutz der Meere und die Vielfalt von Ost- und Nordsee einsetzen“, sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Vor unserer Haustür gibt es zwei außergewöhnliche Meere, die unseren Schutz benötigen“, so Miller. Der Grund: „Die Artenvielfalt ist bedroht durch den Konflikt zwischen Naturschutzverpflichtungen und Wirtschaftsinteressen“, erläutert er. Nach aktueller Roter Liste gelten ein Drittel der Arten und Lebensräume als gefährdet. „Wir vom Nabu fordern, dass mindestens die Hälfte der Meeresschutzgebiete der Natur vorbehalten und schädliche Aktivitäten wie Grundschleppnetze oder Rohstoffabbau darin verboten werden“, sagt der Nabu-Meeresexperte Kim Detloff.

Das Segel setzen Bootsfrau Laureen Rütterich und „Ryvar“-Skipper Joachim Kowalski.  Fotos: mapp
Das Segel setzen Bootsfrau Laureen Rütterich und „Ryvar“-Skipper Joachim Kowalski. Fotos: mapp
 

Konfliktpotenzial bergen der Bau von Offshore-Windparks oder die geplante zweite Trasse der Gaspipeline Nord Stream 2. „Das Projekt ist für uns eine doppelte Sackgasse“, betont Stefan Schwill, Nabu-Landesvorsitzender von MV. Das betrifft die naturschutzrechtliche und energiepolitische Seite. „Die 1200 Meter lange Trasse durch die halbe Ostsee schneidet fünf deutsche Vogelschutz- und FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat)“, so Schwill.

Das Aufbaggern des Meeresbodens setzt Unmengen von Schadstoffen frei und überdeckt Seegraswiesen und Muschelbänke. Außerdem vertreibt der Lärm Schweinswale und seltene Seevögel. Deshalb fahren Wissenschaftler mit. Hendrik Schoof vom Institut für Technische und Angewandte Physik Oldenburg misst mit einem Spezialmikrofon unter Wasser den Schall. Ingenieurin Gilian Gerke von der H2-Hochschule Magdeburg und Stendal untersucht Mikroplastik-Proben auf ihre Bestandteile.

Nabu-Mitglied und Künstlerin Stefanie Gendera hat mit Kollegen ein altes Segel vom „Ryvar“-Skipper Joachim Kowalski gekauft und die Botschaft des Törns darauf als Bild gestaltet. Am Ende werden – der Umwelt zuliebe – daraus Taschen gearbeitet.

 

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