Sternwarte : Viel mehr als ein Bild im Schulbuch

Den Coudé-Refraktor, das 2250 Millimeter-Teleskop der Sternwarte Rostock, hat Fred Schmidt vom Astronomischen Verein stets fest im Blick. Seit 1966 gehört der ehemalige Astronomielehrer zum Team der Bildungseinrichtung.
Den Coudé-Refraktor, das 2250 Millimeter-Teleskop der Sternwarte Rostock, hat Fred Schmidt vom Astronomischen Verein stets fest im Blick. Seit 1966 gehört der ehemalige Astronomielehrer zum Team der Bildungseinrichtung.

Astronomische Station Tycho Brahe feiert 50-jähriges Bestehen mit einer Festwoche / Jährlich rund 5000 Schüler zu Gast

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01. September 2015, 12:00 Uhr

Die Augen von Fred Schmidt strahlen, wenn er von seiner Arbeit an der Astronomischen Station Tycho Brahe im Nelkenweg spricht. „Hier kann man Dinge veranschaulichen, die kein Schulbuch der Welt ersetzen kann“, sagt der 77-Jährige. Seit 1966 ist der ehemalige Astronomielehrer an der Sternwarte tätig und damit das dienstälteste Mitglied im Team des Astronomischen Vereins. Gestern begingen er und seine Kollegen den 50. Jahrestag der Station im Nelkenweg. In einer Festwoche mit verschiedenen Vorträgen und Veranstaltungen wird das Jubiläum noch bis Sonnabend gewürdigt.

Seit ihrer offiziellen Eröffnung am 28. August 1965 unter dem damaligen Leiter Günter Weinert hat sich die Sternwarte, zu der neben einem Klassenzimmer auch das Planetarium mit dem Projektor ZKP 1 sowie der Coudé-Refraktor in der Kuppel gehören, vor allem der Schulbildung verschrieben. Rund 5000 Kinder und Jugendliche von der Kita bis zur gymnasialen Oberstufe nehmen Jahr für Jahr die Angebote der Rostocker Schulsternwarte in Anspruch. „Dabei profitieren wir davon, dass Astronomie in Mecklenburg-Vorpommern ein Pflichtfach ist. Dies ist sonst nur noch in Thüringen und Sachsen-Anhalt der Fall“, sagt Christian Fajkus, seit 2008 leitender Lehrer der Astronomischen Station in Rostock. Gemeinsam mit seinen Kollegen vermittelt der Pädagoge den Besuchergruppen je nach Alter etwa die Tagbögen der Sonne, die Jahreszeiten und Beleuchtungszonen der Erde sowie die Gravitation.

„Die bisher größten Meilensteine waren dabei unter anderem die erste Generalsanierung 1999 sowie die neunmonatige Überholung des Refraktors im vergangenen Jahr“, sagt Ingrid Ziems, Vorstandsmitglied des Fördervereins. In einem kurzen Vortrag blickte sie gestern auf die bewegte Geschichte der Einrichtung zurück. So profitierten im Laufe der Jahre beispielsweise auch Gäste aus Indien und Kuba von den Bildungsangeboten der Sternwarte. „Für die Zukunft wünschen wir uns jetzt eine motorische Drehung des Refraktors sowie die weitere Sanierung des ZKP 1“, sagt Christian Fajkus.

Das Programm der Festwoche

- heute,19 Uhr: Die Geschichte des Universums – Andreas Becker

- Mittwoch, 15 bis 18 Uhr: Tag der offenen Sternwarte inklusive Preisverleihung des Malwettbewerbs; 19 Uhr: Die Bewegung der Sonne durch den Tierkreis und die Zuordnung der Sternbilder zum Geburtstag – Fred Schmidt

- Donnerstag,19 Uhr: Die Entwicklung von Sternen am Beispiel unserer Sonne – Christian Fajkus; 21 Uhr: Mission Rosetta– auf der Suche nach der Urmaterie – Bernd Lietzow, ab 22 Uhr: öffentliche Beobachtung

- Freitag,19 Uhr: Der Sternenhimmel bis zum Äquator mit Blick auf das Kreuz des Südens – Fred Schmidt; 21 Uhr: Exoplaneten – auf der Suche nach der Schwester Erde – Dr. Andreas Becker, ab 22 Uhr: öffentliche Beobachtung

- Sonnabend, 11 Uhr: 5. Norddeutsches Sternwartentreffen

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