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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 16:40 Uhr

Rostocker Zoo : Video: Startschuss für das Polarium

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mit dem Bau des zehn Millionen Euro teuren Polariums verbessern sich im Rostocker Zoo die Bedingungen für Eisbären, Pinguine und Mitarbeiter #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2017 | 21:00 Uhr

„Das ist ein herrlicher Sound“, sagt Rostocks Zoo-Direktor Udo Nagel, während hinter ihm schwere Baumaschinen laut krachend die letzten Mauern der historischen Bärenburg abreißen. Die rund 60 Jahre alte Anlage weicht dem Polarium – dem zehn Millionen Euro teuren neuen Zuhause für Eisbären und Pinguine, das zum Stadtgeburtstag 2018 eröffnet werden soll. „Bis Ende Februar wollen wir mit dem Abriss fertig sein und mit dem Rohbau anfangen. Mit Glück wird der dieses Jahr noch fertig“, sagt der 62-Jährige.

Rund zwei Hektar Fläche sind für die Großbaustelle abgezäunt. Wenn der Abriss fertig ist, müssen zirka 6000 Kubikmeter Schutt abtransportiert werden. „Es war irgendwie surreal, als die ersten Wände umfielen. Ich bin seit mehr als 20 Jahren auf der Anlage und konnte mir nicht vorstellen, dass die so einfach verschwindet“, sagt Tierpfleger Matthias Petzoldt.

Der 45-Jährige und seine Kollegen von der Bärenburg waren eng in die langjährigen Planungen einbezogen, um ihre Anregungen aus der Praxis einzubringen. Denn nicht nur für die Tiere, auch für die Mitarbeiter sollen sich die Bedingungen verbessern. „Künftig müssen wir zum Beispiel nicht mehr den Graben von Hand reinigen, weil wir mit gefiltertem Wasser arbeiten. Das hat immer zwei Tage gedauert“, sagt Petzoldt. Mit der neuen Anlage konzentriert sich der Rostocker Zoo komplett auf Eis- und verzichtet auf Braunbären.

„Für die Tiere verbessern sich die Bedingungen wesentlich“, sagt Zoo-Direktor Nagel mit Blick auf die zwei jeweils fast 2000 Quadratmeter großen Wasser- und Landanlagen mit Sprungfelsen sowie die neuen Wochenstuben mit Kameratechnik. Schließlich würde die Anlage für zwei Weibchen und ein Männchen gebaut – und mit Nachwuchs fest gerechnet. „Wir wollen die Eisbären den ganzen Tag und auch nachts artgerecht draußen halten und maximal eine halbe Stunde zum Füttern oder für Tiertraining nach drinnen holen“, sagt Nagel.

Auch Tierpfleger Petzoldt freut sich über den Neubau für seine vierbeinigen Schützlinge: „Sie bekommen zum Beispiel mehr Schattenplätze und Naturböden, zum Beispiel mit Kies und Rindenmulch, denn Bären buddeln gern.“ Insgesamt entstehen auf einem Hektar Fläche drei Gebäudekomplexe – für die Eisbären, die Pinguine und das Besucherzentrum mit Einblicken in die Gehege sowie einem Ausstellungsraum mit Quallenkreiseln und Aquarien. „Die notwendige Technik wird im Keller unter dem Besucherzentrum untergebracht“, sagt Nagel. Welche Tiere ins Polarium einziehen, wird parallel zum Bau geklärt. „Es gibt derzeit viele Jungtiere bei den Eisbären in Europa, aber das ist kein einfacher Handel, da gibt es viele Rahmenbedingungen und das läuft über Zuchtgemeinschaften“, erklärt Matthias Petzoldt.

Ganz aktuellen Einfluss auf die Baumaßnahme habe auch die Geflügelpest genommen. „Dieses Thema wird uns sicher noch Jahre immer mal wieder beschäftigen, weswegen wir eine große Aufstallmöglichkeit für die Pinguine integriert haben, um gut gewappnet zu sein“, sagt Zoo-Direktor Udo Nagel.

Damit sich die Besucher selbst ein Bild vom Baufortschritt machen können, wird im Frühjahr noch eine Aussichtsplattform errichtet, die ab Ostern freigegeben werden soll.

 

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