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Verhandlungen gescheitert : Video: Polizei räumt besetztes "Betty" in Rostock

vom

Ein längerer Streit um das Gebäude der alten Orthopädie in Rostock neigt sich dem Ende entgegen. Mehrere Tage war das Gebäude besetzt, nun griff die Polizei durch.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 09:35 Uhr

Die Räumung der "Betty" in der Rostocker KTV war seit den frühen Morgenstunden in vollem Gange. Nachdem ein erneuter und letzter Verhandlungsversuch am Dienstag zwischen den Besetzern und dem Studentenwerk, dem das Objekt gehört, gescheiert war, entschied sich die Polizei heute nun für die Räumung des seit geraumer Zeit besetzten Gebäudes.

 

So rückten am frühen Morgen mehrere Spezialkräfte an, umstellten das Gebäude mit Fahrzeugen und begannen, die Eingangstür aufzubrechen. In der einstigen Orthopädie trafen sie auf vier Personen. Zwei von ihnen konnten bereits ohne Widerstand aus dem Objekt begleitet werden. Drei weitere jedoch haben nach Polizeiangaben den Zugang mit "technischen Mitteln gegen das Wegtragen" so erschwert, dass die Polizisten mehrere Werkzeuge einsetzen müssen, um überhaupt an die Personen heranzukommen. "Wir haben weitere Personen in dem Gebäude gefunden, die sich mit technischen Mitteln gegen Wegtragen gesichert haben", sagte Dörte Lembke, Pressesprecherin der Polizei am Einsatzort.

 

Nach internen Informationen sollen sich die zwei übrigen Besetzer zum Teil einbetoniert und einen großen Autoreifen um sich gelegt haben. Das Studentenwerk Rostock will das Haus abreißen und dort ein Studentenwohnheim und eine neue Mensa errichten. Dagegen regte sich der Protest, so hatte sich seit über einer Woche die Gruppe „Betty bleibt“ in dem Gebäude verschanzt. Offiziell spricht die Polizei nicht von einer "Räumung" sondern von einer Durchsuchung.

Ein Notarzt und ein Rettungswagen wurden angefordert, da einer der einbetonierten Abrissgegner während der Befreiungbemühungen einen Schwächeanfall erlitt und stark dehydriert war. Mittlerweile konnten die Einsatzkräfte auch den letzten Verbliebenen freischneiden. Der Einsatz ist damit beendet.

Das Studentenwerk Rostock plant auf der Fläche den Bau eines Studenten-Wohnheimfür angehende Akademiker und eine Mensa mit 400 Plätzen. Die Initiative „Betty bleibt“ will das Haus dagegen sanieren.

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