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Mega-Konzert im Ostseestadion : Video: Marteria plant das Heimspiel seines Lebens

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Rapper will am 1. September 2018 das Ostseestadion füllen. Mehr als 30 000 Besucher sollen mit ihm feiern, „bis die Wolken wieder lila sind“

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erstellt am 14.Nov.2017 | 20:55 Uhr

Es ist sein Lebenstraum – und er erfüllt ihn sich am 1. September 2018: An diesem Tag gibt Marten Laciny alias Marteria ein Konzert im Ostseestadion. Wo er als kleiner Junge aus dem B-Block heraus die Spieler anfeuerte und in der Jugend selbst für den Hansa-Nachwuchs auf dem Rasen stand, will der 34-Jährige nun vor mehr als 30 000 Fans das größte Konzert in der Geschichte dieser Spielstätte geben. „Das ist für mich der Höhepunkt meiner Karriere. Krasser geht nicht“, so Marteria gestern. Der Auftritt im Ostseestadion sei für ihn bedeutsamer als zum Beispiel im WM-Final-Stadion von 2014, dem Maracana in Rio, aufzutreten. Deshalb hätte er auch zahlreiche andere Auftritts-Anfragen abgesagt. „2018 gibt es neben einigen Festivals nur dieses eine Solo-Open-Air im Ostseestadion.“

 


Nach dem Konzert winkt neuer Rasen

Im Lauf seiner Musikerkarriere hat Laciny in Rostock in jedem Club gespielt. „Ich bin zehn Jahre relativ unerfolgreich durchs Land getingelt und war froh, wenn irgendwo mal 35 Leute waren.“ All diese Auftritte, das langsame Wachsen, sieht der Rapper heute als Vorbereitung auf die großen Bühnen. Auch wenn ihm beim Gedanken an die vielen zu füllenden Plätze in der Rostocker Arena noch ein bisschen mulmig wäre, so sei er doch stolz, als erster Hip-Hop-Musiker bundesweit eine eigene Solo-Stadionshow zu spielen.

2015 hat der Vater eines zehnjährigen Sohnes beim Benefizspiel „Paule vs. Marteria“ das letzte Mal auf dem Rasen des Ostseestadions gestanden, das ihm nicht nur wegen seiner zwei Tore in Erinnerung blieb, sondern weil er danach mit akutem Nierenversagen ins Krankenhaus musste und fraglich war, ob und wie es mit seiner Gesundheit und der Musik weitergeht. Bei der Genesung geholfen habe ihm der Gedanke an das geplante Konzert im IGA-Park, bei dem ihm dann mehr als 20 000 Fans zujubelten. „Es war immer klar, dass das nur von einem Auftritt im Ostseestadion getoppt werden kann“, so Laciny, der die Erfüllung dieses Traums als „das emotionale Highlight meines Lebens“ bezeichnet. Schon die Stadthalle zweimal komplett zu füllen wie bei den Konzerten im Dezember, hätte er sich zu Beginn seiner Karriere nicht träumen lassen. „Schließlich ist es kein Schlager, sondern ich mache Hip-Hop, mit einer Message.“

Sollte es der „Rostocker mit Leib und Seele“ schaffen, das Stadion zu füllen, hätte er auch den bisherigen Besucher-Rekord vom Helene Fischer Konzert geschlagen. „Wahrscheinlich braucht Hansa danach einen neuen Rasen. Hoffentlich muss ich den nicht bezahlen“, sagt der Rapper schmunzelnd, ergänzt aber gleich, dass das dann auch okay wäre. Hansa sei schließlich sein Herzensverein, Rostock seine Heimat und „alles, was ich bin, habe ich dieser Stadt zu verdanken“.

Deshalb würde er sich freuen, im September möglichst viele Einheimische zu sehen. Schließlich lautet das Motto „Alle oder keiner!“. „Da wäre es ganz gut, wenn der Bürgermeister auch sein T-Shirt auszieht und in die Menge schmeißt“, sagt der Gastgeber, der nach eigenen Aussagen das oberste Amt der Stadtverwaltung nicht anstrebt. „Aber so eine eigene Straße in Groß Klein, die hätte ich schon irgendwann ganz gern mal.“

Beim Gruppenfoto mit Hansa-Profis bedauert Kicker Oliver Hüsing „schon ein bisschen“, dass Marteria nicht als Profi, sondern als Musiker verpflichtet wurde. Allerdings sei die Freude der Hansa-Spieler auf das Konzert riesig. „In der Kabine gibt es schon einen Aushang, wer zum Konzert gehen will und da steht bei fast allen auch noch ein plus drei“, so der Abwehrspieler.

An ihm und seinen Teamkameraden liegt es auch, ob das Konzert zur nachträglichen Aufstiegsfeier werden könnte. In jedem Fall sei es ein würdiges Geschenk des gebürtigen Rostockers zum 800-jährigen Geburtstag der Hansestadt, findet Robert Marien. „Marten hat trotz seines Erfolges nie vergessen, woher er kommt und für welchen Verein sein Herz schlägt“, so der FCH-Vorstandsvorsitzende.

 

 

Motto lautet „Alle oder keiner!“

• Das Konzert von Marteria im Ostseestadion unter dem Motto „Alle oder keiner!“ ist für den 1. September 2018 geplant. Beginn 19 Uhr, Einlass 17 Uhr.

• Tickets gibt es ab heute, 10 Uhr, zuerst exklusiv über die Webseite www.greenberlin.com/tickets sowie über Eventim. Ab 18. November, 9 Uhr, gibt es auch Karten über die Seite www.fc-hansa.de.

• Ob er allein auftritt oder sich noch Unterstützung holt, wollte Marten Laciny gestern noch nicht verraten. „Ich werde sicherlich ein paar Freunde anrufen. Und wenn es einen Hubschrauberlandeplatz gibt, dann schaut auch Marsimoto (sein Alter Ego, die Red.) vorbei.“

• Die Karten für seine „Allein auf weiter Tour 2017“-Clubtour, bei der er in die Locations vom Anfang seiner Karriere zurückkehrte, waren innerhalb von 60 Sekunden ausverkauft. Auch die beiden Konzerte der in zwei Wochen beginnenden „Roswell“-Tour, die Marteria am 19. und 20. Dezember in die Rostocker Stadthalle führen, sind bereits lange ausverkauft.

• Der 1982 geborene und in Groß Klein aufgewachsene Rostocker begann mit sechs Jahren bei Hansa zu kicken und durchlief alle Jugendmannschaften. Von Trainer Horst Hrubesch wurde er in den U 17-Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen. 1999 wurde Marten bei einer Reise nach New York, wo seine Schwester Au-pair-Mädchen war, als Model entdeckt und gab dafür seine Fußballkarriere auf. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland startete er 2003 als Musiker.

• Den FC Hansa begleitete Marten nicht nur als Fan und Spieler, sondern auch als Balljunge. „Da hab ich große Siege miterlebt, gegen Gladbach und Dortmund. Jeder von uns hatte ein Heft, in dem wir uns Autogramme geholt haben. Das hab ich am letzten Spieltag – gegen Köln – unter der Bande liegen lassen. Wer das noch hat, das gibt großen, großen Finderlohn“, sagt Marten.

 

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