zur Navigation springen

Urteil im Entführungsfall in Rostock : Video: Marias Peiniger muss mehr als zwei Jahre in Haft

vom

Er hatte die 21-jährige Rostockerin über mehrere Tage eingesperrt und misshandelt, nun wurde der Täter verurteilt.

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 12:34 Uhr

Vor dem Rostocker Amtsgericht hat am Dienstag der Prozess gegen den 31-jährigen Stephan M. wegen gefährlicher Körperverletztzung und Freiheitsberaubung begonnen. Er wurde beschuldigt, Anfang des Jahres die damals 21-jährige Maria I. entführt und misshandelt zu haben. Am ersten Prozesstag räumte er vollumfänglich die Tat ein und gestand. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

Die Staatsanwaltschaft Rostock warf dem Angeklagten vor, er habe sich am 2. Januar dieses Jahres gegen Mittag mit der 21-jährigen Maria I. getroffen und beide hätten sich nach dem gemeinsamen Konsum von Alkohol in die Wohnung des Angeklagten in Stadthafennähe begeben. Der Angeklagte habe der jungen Frau einen heftigen Schlag in das Gesicht versetzt mit der Folge einer sich anschließenden Bewusstlosigkeit.

 

Aus Angst setzte er I. in eine mit Wasser gefüllte Badewanne, um sie wieder zu Bewusstsein zu bringen. Als das geschah und die Frau sich körperlich zur Wehr setzte, drückte der Angeklagte sie mehrfach mit dem Kopf unter Wasser. In der Folgezeit habe er mit Kabelbindern gefesselt und sie mehrfach misshandelt.

"Ich habe einen Knacks bekommen", schilderte er, warum er sie überhaupt geschlagen hätte. Er könne es sich nicht erklären - zumal er die im Internet kennengelernte Maria I. "sympathisch" gefunden hätte. Nach einem Tag der schweren körperlichen Misshandlung ließ er in den darauf folgenden Tagen von ihr ab. Er versorgte sie mit Toastbrot und Wasser, brachte ihr sogar Medikamente, die gegen die Schwellungen im Gesicht helfen sollten.

Nachdem er sie fünf Tage in seiner verschlossenen Wohnung festgehalten hat, ließ er sie am Morgen des sechsten Tages frei. Er gab ihr 20 Euro, damit sie sich ein Taxi nehmen konnte. Maria I. wandte sich im Anschluss an Ärzte, sie blieb eine Woche lang im Krankenhaus in Behandlung.

Der Angeklagte bereut die Tat zutiefst, er entschuldigte sich bei ihr. Der Hartz-Vier-Empfänger bot ihr als Entschädigung ein Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro an, von denen er bereits 1.400 Euro bezahlt hat. Das Gericht blieb am Ende bei der Forderung der Staatsanwaltschaft von zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Die Verteidigung prüft, ob sie in Berufung gehen wird.
 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen