Ausstellung : Verloren im Paradies

Drei Künstler, eine Gruppe: Fotograf Tim Kellner (l.),  Architekt Marc Wiesel und  Bildhauerin Alexandra Lotz  sind „Schaum“.
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Drei Künstler, eine Gruppe: Fotograf Tim Kellner (l.), Architekt Marc Wiesel und Bildhauerin Alexandra Lotz sind „Schaum“.

Ab heute in der Kunsthalle: Die Gruppe Schaum eröffnet um 19 Uhr die Ausstellung „Paradise Lost“

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18. Dezember 2013, 23:00 Uhr

Sie funktionieren alle als Einzelkünstler, aber zusammen entwickeln sie völlig neue Ideen: Die Künstlergruppe Schaum eröffnet heute um 19 Uhr im White Cube der Kunsthalle die Ausstellung „Paradise Lost“ und gibt damit den Startschuss für eine Ausstellungsreihe, die im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll.

Schaum – das sind Fotograf Tim Kellner, Bildhauerin Alexandra Lotz und Architekt Marc Wiesel. Das besondere an den Künstlern und ihrer Gruppe: Hier treffen unterschiedliche Genres und verschiedene Denkweisen aufeinander. „Wir haben eine Idee, erarbeiten ein Konzept und denken dann darüber nach wie wir es mit unseren Kompetenzen umsetzen können“, sagt Marc Wiesel. „Wir stellen unsere Ansprüche als Einzelkünstler in den Hintergrund und verzichten auf die Wiedererkennbarkeit des Namens“, ergänzt seine Künstlerkollegin Alexandra Lotz. „Die Aussage des Objektes steht im Mittelpunkt und nicht wir als Künstler.“ Dabei sei es stets notwendig, dass die Künstler auf einen Nenner kommen, was die Umsetzung ihrer Ideen betrifft. So kann es auch vorkommen, dass nur zwei der drei Schaum-Mitglieder an einem Objekt zusammenarbeiten. „Jeder ist vergleichbar mit einer einzelnen Schaumblase, aber gemeinsam bilden wir ein Netz aus verschiedenen Blasen. Die Blasen verschwimmen dann zu einem großen Ganzen“, erklärt Marc Wiesel. Typisch für die Künstlergruppe Schaum ist, dass sie Werte und Sehgewohnheiten in Frage stellt und zu neuen Sichtweisen verleitet. Dazu würde auch der Ausstellungstitel „Paradise Lost“ passen. „Heutzutage assoziieren wir mit dem Begriff Paradies etwas völlig anderes als noch vor 100 Jahren. Wir stellen uns stets die Frage wie sich die Dinge verändern und ob die Veränderungen neue Werte schaffen“, so Alexandra Lotz.

Eines der Werke ist eine Zeitleiste, die sich mit John Miltons Werk „Paradise Lost“ beschäftigt. Marc Wiesel hat die verschiedenen Übersetzungsversuche des Buches ins Deutsche aneinandergereiht. Dazwischen sind schwarze Blöcke, die die Zeitspanne zwischen den einzelnen Erscheinungen darstellen.

Die Frage dahinter sei: „Was ist das, was wir glauben verloren zu haben und warum gab es immer wieder das Bedürfnis Miltons Werk zu übersetzen?“ Die Zeitleiste schließt ab mit einem Erklärungsversuch und einem Buch von Marc Wiesel. „Ich habe das Paradies gestrichen. Das Buch heißt nur noch „Lost.“

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