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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. August 2017 | 04:52 Uhr

Politik : Verliert der Hafen die Feuerwache?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Neuer Standort in Dierkow oder Toitenwinkel könnte die Station 2018 ablösen und das Brandschutzproblem im Nordosten lösen.

Nachdem die Bürgerschaft bereits 2009 beschlossen hatte, dass ein Feuerwehrbedarfsplan hermüsse, ist dieser beinahe fertig. Die gute Nachricht: Die langersehnte Feuerwache 10 im Nordosten ist fest eingeplant. Kosten: rund acht Millionen Euro. Möglicherweise wird dafür aber der Standort am Überseehafen aufgegeben und das Gebiet von der neuen Wache aus mit betreut. „Aktuell stehen noch mehrere Varianten zur Debatte“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD).

Der Bedarfsplan liege im Entwurf vor, werde aber noch an einigen Stellen wie der Anzahl der Einsatzkräfte pro Wache überarbeitet. Den fertigen Plan wolle er noch 2016 vorlegen und von der Bürgerschaft absegnen lassen – und damit auch die Entscheidung über ein Drei- oder Vier-Wachen-Modell. Die Feuerwachen in der Südstadt und Lütten Klein hätten in beiden Varianten Bestand. Für die im Nordosten könnten laut Müller in 2017 Bebauungspläne aufgestellt werden, der Bau frühestens 2018 beginnen. Für ihn gilt: „So oder so besteht Handlungsbedarf im Nordosten. Letztlich wird es aber eine politische Entscheidung.“

Hintergrund: Die Feuerwehren und Rettungskräfte der Hansestadt haben wie bereits in den vergangenen Jahren auch 2015 die selbst gesteckten zeitlichen Fristen für die 94 Fälle von kritischem Wohnungsbrand nicht immer erfüllen können. Laut jüngstem Brandschutzbericht haben die Wehren vor allem in Dierkow und Toitenwinkel Probleme, die dort angestrebte Eintreffzeit von acht beziehungsweise elf Minuten mit der festgesetzten Anzahl von Kräften zu erreichen – wegen der längeren Anfahrtswege. „In einer Stadt von Rostocks Größe genügen in der Regel zwei Feuerwachen, wenn sie gut platziert sind“, sagt Müller. Das Problem sei, dass die Warnow den Nordosten quasi abschneide. „Aber wir wollen unbedingt allen Bürgern der Hansestadt das gleiche Gefühl von Schutz vermitteln“, unterstreicht Müller.

Deshalb soll der Nordosten endlich die langersehnte Wache bekommen. Aktuell sei man noch auf der Suche nach dem am besten geeigneten Standort in Dierkow oder Toitenwinkel. „Es ist nicht ganz leicht, den richtigen zu finden, da verschiedene Faktoren wie Lärmschutz und Emissionen berücksichtigt werden müssen. In Wohngebieten gelten hohe Anforderungen“, sagt der Senator. Um die Einsatzzeiten weiter zu verkürzen, sei auch die Einführung eines Voralarms in allen Wachen vorgesehen. „Dieser soll die Kameraden bereits während der Gesprächs- und Disponierungszeit informieren, sodass diese ihre Ausrüstung anziehen und in den Einsatzwagensteigen können“, so Müller. So könne man die Ausrückzeiten straffen und in jedem Stadtteil erheblich verkürzen. Auch wolle man Fehl- und Doppeleinsätze mindern: Firmen, die durch schlecht kalibrierte Brandanlagen fälschlicherweise Alarm schlagen, werden laut geänderter Satzung künftig zur Kasse gebeten, so Müller.

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