Mühlendamm : Verkehr rollt wieder

Seit gestern rollt der Verkehr wieder über die Mühlendamm-Brücke.
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Seit gestern rollt der Verkehr wieder über die Mühlendamm-Brücke.

Zwei Fahrstreifen der Brücke sind frei / Gesamtmaßnahme bis Ende 2015 fertig

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11. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Die neue Mühlendammbrücke ist fast fertig. Auf zwei von drei Spuren rollt der Verkehr schon. Das Tief- und Hafenbauamt und die von ihm beauftragte Firma Groth und Co GmbH haben sie gestern gegen 11.45 Uhr freigegeben – eine Spur führt stadtein- und eine stadtauswärts. Als Erstes konnte Ines Rubin von der städtischen Bauaufsicht einen Bus der Linie 23, auf seinem Weg zum Hauptbahnhof, durchwinken.

„Für den gesamten Verkehr ist es gut, dass die Brücke fertig wurde – für Öffentlichen Personennah-, Rad-, Fuß- und Autoverkehr“, sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Die Vorpommern- und die Mühlendammbrücke als einzige Brücken in Rostock, die über die Warnow führen, seien „lebensnotwendig“ für die Stadt, so der Senator.

Die neue Brücke hat eine Stützweite von 18,80 Metern und eine Breite von 16,75 Metern. Bis zu zehn Leute haben täglich an und auf ihr gearbeitet, so Bauleiter Felix Haack von der Groth und Co Bauunternehmung. Das Bauwerk steht auf 29 Pfeilern, ist eine Spannbetonbrücke mit sieben Fertigteilträgern und Betonplatten. Sie befindet sich in lichter Höhe 4,15 Meter über dem Wassermittelstand. „Wir haben über die alte Schleuse gebaut und durften sie in ihrem Zustand nicht verändern“, sagt Haack.

Die zuvor errichtete Behelfsbrücke, die die Stadt monatlich 3600 Euro Miete kostete, wird bis Ende Januar zurückgebaut. Danach können auch der südliche Geh- und Radweg sowie Böschungen und Bäume angepflanzt werden. So lange werden Fußgänger und Radfahrer über den dritten, südlichen Fahrstreifen geleitet. Er soll später ortsauswärts führen. Die Gesamtmaßnahme, die sich über 160 Meter, davon 140 Meter Straße zieht, soll Ende 2015 abgeschlossen sein.

2010 hatte die gesamte Baumaßnahme mit der Vorschüttung für die Behelfsumfahrt begonnen. 2011 wurden Umfahrt und Behelfsbrücke eingerichtet. 2012 wurde begonnen, die alte Holzbrücke, die über die Schleuse von 1887 führte, abzureißen. Sie war ein Provisorium für eine im Mai 1945 nebst einem sowjetischen Panzer gesprengte Überführung. Beim Bau der Behelfsumfahrt waren Reste des Panzers, des T-34/85, gefunden worden. Die Gesamtmaßnahme zog sich, aber nicht wegen des Panzers. Streitigkeiten zwischen Stadt, Land und Bund über die Höhe der neuen Brücke hatten das Projekt 2013 zum Stillstand gebracht. Dieses Jahr ging es weiter. Am 4. Februar begann der 1,9 Millionen Euro teure Brückenneubau – in Rekordzeit, sagt der Senator. Maßnahmen wie diese würden sonst zwei Jahre dauern, so der Oberbürgermeister.

Ein leidiges Thema bleibt die seit Oktober 2011 geschlossene Schleuse: Sie gehört dem Bund. Die Stadt würde sie übernehmen, aber nur saniert. Das wird fünf Millionen Euro kosten, so der Senator. 50 Prozent erklärte der Bund sich kürzlich bereit zu übernehmen. Den Rest, so hofft die Stadt, soll das Land tragen. Dann würde Rostock den Betrieb der modernisierten Schleuse übernehmen und wieder kleine Boote schleusen.

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