museum : Verkauft Rostock die Societät?

Societät in der August-Bebel-Straße: Die lange geplante Sanierung ist vom Tisch – jetzt sucht die Stadt nach einem Käufer.
Societät in der August-Bebel-Straße: Die lange geplante Sanierung ist vom Tisch – jetzt sucht die Stadt nach einem Käufer.

Millionen-Sanierung ist zu teuer für die Stadtkasse / Jetzt wird ein privater Investor gesucht

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11. Juni 2015, 15:00 Uhr

Die Finanzlage ist klar: „Die Sanierung des ehemaligen Schifffahrtsmuseums in der August-Bebel-Straße ist derzeit nicht realisierbar“, sagt Rostocks Finanzsenator Dr. Chris Müller (SPD). Wer Großprojekte wie ein neues Theater, eine maritime Meile oder ein Polarium finanzieren wolle, müsse an anderer Stelle einsparen, so Müller.

Für das Jahr 2015 standen Investitionen für 47,8 Millionen Euro im Haushaltsplan, darunter die Sanierung des Museums. Für 7,5 Millionen Euro sollte das 1856 errichtete Gebäude saniert werden. Doch dieses Vorhaben ist vom Tisch. Mehr noch: „Es gibt die Überlegung, das Gebäude an einen privaten Investor zu veräußern“, so der Finanzsenator – zur generellen Verbesserung des Gebäudezustands.

Welche finanziellen Auswirkungen der Verkauf für die Stadt hätte, ist noch unklar: „Da das Haus stark sanierungsbedürftig ist, werden im Fall einer Veräußerung keine Unsummen herauskommen“, so Müller. Eine konkrete Summe sei zudem nicht auszumachen, weil das Gebäude wahrscheinlich versteigert werden würde, sagt Müller.

Für den aktuellen Nutzer, die Societät Rostock maritim, gilt in beiden Fällen die Maßgabe, das Haus zu verlassen – ob bei Sanierung oder einem Verkauf. „Doch bis dahin bleiben wir im Haus“, so Geschäftsführer Jochen Pfeiffer. Eine Sanierung für 7,5 Millionen Euro hält der Vereinsvorsitzende ohnehin für ein halbherziges Vorhaben: „Die Wände, die Elektrik, der Keller – das Haus muss komplett entkernt werden“, so Pfeiffer. Die letzte größere Investition sei 1990 die Erneuerung des Daches gewesen. Die Instandhaltungsarbeiten von etwa 10 000 Euro jährlich bringe die Societät selbst auf, so der Vereinsvorsitzende.

„Die endgültige Entscheidung über einen Verkauf wird aber erst fallen, wenn der Haushalt beschlossen ist“, sagt Finanzsenator Müller. Rostock müsse die Reaktionen aus dem Ministerium abwarten, um die finanzielle Situation konkret bewerten zu können.

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