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Grossprojekt Warnemünde : Verkauft Rostock den Strandläufer?

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Erlös von 1,7 Millionen Euro könnte bei der Finanzierung des Kreuzfahrt-Deals helfen

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) plant den Verkauf des Strandläufer-Grundstücks in Warnemünde. Davon verspricht der Rathauschef sich inoffiziellen Angaben zufolge Einnahmen in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Sie könnten nicht nur zur Konsolidierung des städtischen Haushalts, sondern auch zur Teilfinanzierung des geplanten Kreuzfahrt-Deals zwischen der Hansestadt und der Genting-Gruppe aus Hongkong eingesetzt werden. Rostock will große Bereiche des bisherigen Nordic Yards-Geländes aufkaufen und dort für etwa 35 Millionen Euro einen vierten Anleger für Kreuzfahrtschiffe bauen.

Auf ihrer Sitzung am 6. April hatte die Bürgerschaft Methlings Strandläufer-Beschlussvorlage zwar abgelehnt. Gegen diese Entscheidung jedoch legte der Rathauschef im Anschluss Widerspruch ein, sodass die Bürgerschaft sich schon auf ihrer heutigen nicht öffentlichen Sondersitzung erneut mit dem Vorschlag befassen muss. Bei der zurückliegenden Abstimmung bevorzugte die Mehrheit der Bürgerschaftsmitglieder langfristige Mieteinnahmen anstelle eines kurzfristigen Verkaufserlöses.

Das schnelle Geld könnte allerdings die Finanzierung des angestrebte Kreuzfahrt-Geschäfts erheblich erleichtern. Denn als Kaufpreis für die etwa 165 000 Quadratmeter rund um das alte Werftbecken sind 4,8 Millionen Euro im Gespräch. Aus Sicht der Hansestadt bietet sich mit dem Deal eine einmalige Chance – Verhandlungen mit den Genting-Vorgängern waren stets gescheitert. Nun jedoch verfügt Rostock über ein Druckmittel: Die Stadt hat ein gesetzliches Vorkaufsrecht für die Warnemünder Werftflächen inne. Als Gegenleistung für ihren Verzicht darauf fordert sie von Genting die Bereitschaft, das beanspruchte Gebiet abzutreten. Das in Geheimverhandlungen ausgehandelte Tauschgeschäft sieht vor, dass Rostock 1,5 Millionen Euro für die Verlegung der Betriebsfeuerwehr zuschießt. Auch darüber entscheidet heute die Bürgerschaft.

An der Übernahme des Strandläufer-Erbbaurechts sind angeblich der Rostocker Investor Harald Lochotzke und mehrere Teileigentümer der 2008 gebauten Appartements interessiert. Sie sollen bereits früher versucht haben, der Stadt das Erbbaurecht für das Grundstück Zur Promenade 1 abzukaufen. Dort steht ein Fünfgeschosser, dessen Appartements jeweils zwischen 80 und 230 Quadratmeter in Toplage bieten.

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