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Norddeutsche Neueste Nachrichten

14. Dezember 2017 | 05:28 Uhr

Rostock : Vergewaltiger war der Mörder

vom

Ein Mann vergewaltigt seine Lebensgefährtin, kommt dafür in Haft. Dann entschuldigt er sich, wird freigelassen und tötet nach Angaben der Ermittler seine Freundin. Wochen später soll er noch eine zweite Frau vergewaltigt haben.

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 14:28 Uhr

Die in Rostock tot aufgefundene 32-jährige Frau ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft von ihrem Lebensgefährten getötet worden. Der Mann soll sie Wochen zuvor vergewaltigt und dann Mitte März eine weitere Frau missbraucht haben. Der Zeitpunkt der Tötung war vermutlich schon Anfang Februar, sagte Staatsanwalt Holger Schütt am Mittwoch. Der 35-Jährige habe sie etwa 600 Meter von seiner Wohnung entfernt in einem Wäldchen an der Stadtautobahn vergraben.

Die Staatsanwaltschaft geht von Totschlag aus, Details zur Tat nannte sie nicht. Die Obduktion war am Montag noch nicht abgeschlossen.

Der Mann habe die Frau bereits in der Silvesternacht vergewaltigt und saß deshalb in Untersuchungshaft. Er war aber Mitte Januar entlassen worden, nachdem er sich bei der Frau entschuldigt und sie ihm verziehen hatte. Es hätten danach keine weiteren Gründe für eine Inhaftierung vorgelegen, bekräftigte Oberstaatsanwalt Andrés Ritter.

„Sie (die 32-Jährige) hat gesagt, dass sie keine Angst vor ihm habe und auch weiter mit ihm zusammenleben wolle.“ 

Der Mann sei nie zuvor als Gewalt- oder Sexualstraftäter in Erscheinung getreten. Es habe aus damaliger Sicht keine Gefahr der Tatwiederholung gegeben. „Für uns ist das ebenso bedrückend und unverständlich, dass sich so eine Entwicklung ergeben hat“, betonte Ritter. Zum Motiv gebe es keine Hinweise, möglicherweise gebe die psychiatrische Untersuchung Aufschlüsse. Der Mann lebte alleine in Lichtenhagen, erhielt Sozialhilfe und hatte keine Arbeit.

Allerdings war er wegen anderer Straftaten wie Eigentumsdelikte von 2002 bis 2009 im sogenannten Maßregelvollzug gewesen. Dabei geht es um die Unterbringung von psychisch kranken Straftätern zum Schutz der Bevölkerung und zur Therapie der Betroffenen. Diese Unterbringung habe letztlich einen so positiven Behandlungsverlauf genommen, dass sie außer Vollzug gesetzt wurde, sagte Ritter. Es stand seither unter Führungsaufsicht, dabei hätten sich keinerlei Anhaltspunkte für die Tat ergeben.

Wegen der Vergewaltigung einer zweiten, geistig behinderten Frau am 22. März saß er erneut in U-Haft. Dort habe er sich seiner Anwältin anvertraut. Danach habe er die Polizei direkt zu dem Ort in dem kleinen Wäldchen geführt, wo er sein Opfer vergraben hatte. Zur Tat selbst habe der mutmaßliche Täter keine Angaben gemacht.

Wie der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Rostock, Peter Mainka, sagte, war die junge Frau zuvor immer wieder mehrere Tage aus ihrem gewohnten Lebensumfeld verschwunden. Ihre Schwester habe erst am vergangenen Montag, also etwa zwei Monate nach der Tat, eine Vermisstenanzeige erstattet.

 

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