Prozess wegen Menschenraub : Verfahren wird neu verhandelt

Vier Männer sollen zwei andere entführt, bedroht und verletzt haben: Der Prozess vor dem Landgericht Rostock wurde gestern durch Pleiten, Pech und Pannen ausgesetzt. Er beginnt am 16. Oktober neu.

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21. September 2012, 10:32 Uhr

Rostock | Sie stehen im Prozess wegen erpresserischen Menschenraubes, Freiheitsberaubung, schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung: Nico W. (41) aus Bolz, Emin B. (32) aus Sternberg, Steffen S. (32) aus Güstrow und Mehmet Y. (24) aus Parchim. Der Prozess vor dem Landgericht Rostock hat gestern mit einer Stunde Verspätung, begonnen - ein Schöffe fehlte, und weiteren Pleiten, Pech und Pannen fügten sich an. Am Schluss wurde der Prozess sogar ausgesetzt. Er beginnt am 16. Oktober neu.

Anträge auf Aussetzung des Verfahrens stellten der Verteidiger des Emin B. wegen nicht rechtzeitig möglicher Einsichtnahme in die Prozessakten und Mehmet Y., weil er seine Vorladung zu spät erhielt. Sie war zwar vom Gericht ordnungsgemäß abgeschickt worden, aber in der Justizvollzugsanstalt liegen geblieben.

Die Angeklagten werden beschuldigt, am 6. April dieses Jahres Heiko H. in einen Nebenraum einer Gastsstätte in Tarnow gedrängt und ihn dort geschlagen und gefesselt zu haben. Weiter hätten sie ihr Opfer in einen Transporter gestoßen und es nach Bolz gebracht. Ihm sei der Mund mit einem aluminiumhaltigen Klebeband verschlossen und eine Jacke über den Kopf gezogen worden. Die Angeklagten hätten Heiko H. dann aufgefordert, 2000 Euro an sie zu zahlen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, sei er mit Fäusten und einem Straßenbesen geschlagen worden. Außerdem hätten sie gedroht, ihm mit einem Hammer auf den Kopf zu schlagen. Damit seien die Qualen noch nicht beendet gewesen. Die Angeklagten hätten von Heiko H. verlangt, Thomas K. nach Hohen Luckow zu locken, um von ihm Geld zu erpressen. Auch er sei geschlagen und getreten und mit dem Transporter nach Bolz gebracht worden. Er habe 15 000 Euro an die Angeklagten zahlen sollen. Ihr zweites Opfer hätten sie dann in ein Waldstück transportiert und von ihm verlangt, seine Ehefrau anzurufen, damit sie die Papiere des zuvor geraubten Autos des Thomas K. an die Angeklagten übergibt. Beide Opfer seien schließlich mit der Maßgabe freigelassen worden, den Angeklagten Getränkelieferungen im Wert von 5000 Euro zu verschaffen. Das Auto von Thomas K. hätten Nico W. und Emin B. behalten. Heiko H. erlitt Blutungen und Schwellungen im Gesicht und eine zwölf Zentimeter lange Strangulationsmarke unterhalb des Kinns. Die Angeklagten bestreiten die Taten. Emin B. und Mehmet Y. befinden sich in Untersuchungshaft.

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