FC Hansa und die Stadt Rostock : Vereint fürs Image

<strong>Zusammen wollen Jan-Hendrik Brincker</strong> (l.) und Roland Methling wieder zurück zum positiven Hansa-Image der vergangenen Jahrzehnte.<foto>Georg Scharnweber</foto>
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Zusammen wollen Jan-Hendrik Brincker (l.) und Roland Methling wieder zurück zum positiven Hansa-Image der vergangenen Jahrzehnte.Georg Scharnweber

Seite an Seite wollen Hansa und Rostock das ramponierte Image des Fußball-Drittligisten aufpolieren. Als einen wichtigen Bestandteil ihrer Bemühungen schlossen beide einen Kooperationsvertrag ab.

svz.de von
24. Januar 2013, 10:38 Uhr

Rostock | Seite an Seite wollen Hansa und Rostock das ramponierte Image des Fußball-Drittligisten aufpolieren. Als einen wichtigen Bestandteil ihrer Bemühungen schlossen beide gestern im Rathaus einen Kooperationsvertrag ab, mit dem sie die gemeinsame Jugend- und Sozialarbeit stärken wollen. Das war eine der Bedingungen für die finanzielle Hilfe der Stadt im vergangenen Jahr. "Wir wollen zurück in die Mitte der Gesellschaft", sagt Hansa-Aufsichtsratschef Thomas Abrokat. Der Weg dahin führe gerade über den Nachwuchs. "Wir haben den Vorteil, die jungen Leute über den Fußball erreichen zu können", so Abrokat.

Auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) setzt auf das Stadion als jugendpolitisches Zentrum. "Das bietet uns die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen", so das Stadtoberhaupt. Die Arbeit soll sich aber nicht auf die Tribünen beschränken, wie die bereits angelaufenen Projekte zeigen. So ist beispielsweise das Projekt "Hansa Rostock und ich", das seit August 2011 existiert, speziell auf 8- bis 13-jährige Schüler ausgelegt. Es soll ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern und bei der friedlichen Lösung von Problemen helfen. Neben der Kooperation mit Schulen liegen weitere Schwerpunkte der Zusammenarbeit auf den Themen Rechtsextremismus und Toleranzförderung sowie Bekämpfung von Fanausschreitungen.

"Der Verein ist mehr als elf halberwachsene Spieler auf dem Platz", sagt Jan-Hendrik Brincker, amtierender Hansa-Vorstandsvorsitzender. Das machten schon die mehr als 7000 Mitglieder deutlich. Dies werde allerdings häufig übersehen, meint auch Abrokat: "Man reduziert uns immer auf ein Profifußballteam." Er wünsche sich, dass das soziale und gesellschaftliche Engagement von Hansa stärker wahrgenommen werde, beispielsweise die Leistungen für Menschen mit Behinderungen. Daher wolle der Verein in Zukunft seine Außendarstellung verbessern. Aber: "Es ist nicht ganz einfach, die Versäumnisse der vergangenen Jahre jetzt aufzuholen", so Brincker, der damit seinen Vorgänger Bernd Hofmann kritisiert.

Bei der Suche nach einem festen Vorstandsvorsitzenden wollen die Verantwortlichen bis Ende nächster Woche Klarheit haben. Wesentlich länger könnte hingegen ein möglicher Einstieg der Stadt in die Stadiongesellschaft dauern. Diese sei Methling zufolge zwar zu Verhandlungen bereit, aber das sei "ein Prozess, der sich über zwei Jahre hinziehen kann", so das Stadtoberhaupt. Zunächst müsse Hansa sein Sanierungskonzept vorlegen.

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