Sport in Rostock : Vereinen drohen höhere Gebühren

Gebührenerhöhung: Teuer wird das Training künftig auch für die E-Jugend-Fußballer des SV Warnemünde in der Fritz-Reuter-Halle.
Gebührenerhöhung: Teuer wird das Training künftig auch für die E-Jugend-Fußballer des SV Warnemünde in der Fritz-Reuter-Halle.

Stadt will Nutzungskosten für Sport- und Spielstätten bis 2016 anheben

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26. März 2015, 06:00 Uhr

Ein Jahr Aufschub hatte es aufgrund der massiven Proteste von seiten der Rostocker Sportvereine gegeben, doch zum 1. Januar 2016 sollen die Gebühren für die Nutzung der Sportstätten in kommunaler Trägerschaft der Hansestadt steigen. Für die knapp 200 Sportvereine, in denen etwa 47 600 Mitglieder aktiv sind, bedeutet dies eine zusätzliche finanzielle Belastung.

„Da die Vereine bereits im April letzten Jahres von der letztendlich verschobenen Gebührenerhöhung erfahren hatten, blieb ihnen genügend Zeit, sich vorzubereiten“, sagt Steffen Bockhahn, Senator für Jugend, Sport und Soziales. Seit 2009 gab es in diesem Bereich keine Erhöhung mehr. Die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten der Sporthallen und -plätze sowie der Eis- und Schwimmhallen waren seitdem jedoch um mehr als vier Millionen Euro gestiegen. Diese wurden allein aus der Stadtkasse finanziert, heißt es aus dem Rathaus. Doch damit soll künftig Schluss sein. Die Vereine sollen sich stärker an den Kosten beteiligen.

„Die Gebühren für die Vereine werden um 40 Prozent erhöht. Die Beteiligung der Stadt liegt dann aber immer noch bei über 96 Prozent für Kinder und Jugendliche und etwa 80 Prozent für Erwachsene“, macht Bockhahn deutlich. Die Berechnungsgrundlage für die Erhöhung seien die Jahre 2010 bis 2012 gewesen. Für die nächsten fünf Jahre soll die Erhöhung aber die einzige bleiben, so der Senator.

Die Vereine reagieren nun mit Missmut und Unsicherheit: „Grundsätzlich sind wir gegen jede Erhöhung der Entgelte“, sagt Roland Bothe, Vorsitzender des Stadtsportbundes. Die höheren Gebühren würden sich letztendlich auch auf die Mitglieder auswirken, so Bothe. Dennoch müssten sie die Entscheidung zähneknirschend hinnehmen. „Die Vereine bringen grundsätzlich Verständnis für die Entscheidung auf“, sagt Peter Prochnow, Vorsitzender des SV Eintracht Rostock. Zwar wäre es denkbar, dass die Mitgliederzahlen zurückgehen und kleinere Vereine Schwierigkeiten bekommen könnten, aber was die Gebührenerhöhung für die Vereine konkret bedeuten wird, ist bis zur Vorlage der endgültigen Zahlen noch ungewiss, so Prochnow.

Ob der Beschluss letztendlich angenommen und durchgesetzt wird, entscheidet am Ende aber die Bürgerschaft.

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