zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 20:52 Uhr

Rostock : Verein fordert Mietbremse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Interessenvertretung kritisiert fehlende Unterstützung von Stadt und Land für sozialen Wohnungsbau

von
erstellt am 05.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Der Mieterverein Rostock macht sich für eine Mietpreisbremse in Teilen der Hansestadt stark. Zugleich müsse sozialer Wohnraum gefördert werden, so Geschäftsführer Christian Rudolph: „Bezahlbarkeit ist das A und O.“ Doch weder Stadt noch Land würden den Wohnungsbau in Rostock mit Zuschüssen oder durch den Verkauf billigen Baulands gegen die Festschreibung der maximalen Miethöhe fördern. Die Folge: „Wohnungsneubauten gibt es nur zu einem Preis, bei dem man keine Sozialwohnung rausbekommt“, sagt Rudolph. „Die Mietpreisbremse wäre eine Möglichkeit, den Anstieg zu stoppen.“

Ein entsprechender Antrag der SPD für ausgewählte Stadtviertel war allerdings im März in der Bürgerschaft gescheitert. Dabei lässt die deutsche Politik entsprechende Regelungen zu. „Wir haben in diesem Jahr auf bundespolitischer Ebene mit dem Mietrechtsnovellierungsgesetz die Mietpreisbremse und eine Reform des Wohnungsvermittlungsgesetzes erreicht“, sagt Dr. Lutz Danke, Vorsitzender des Mietervereins Rostock.

Das sei nur dank des Gewichts der 1,2 Millionen Mitgliedshaushalte möglich gewesen. In Rostock sank die Mitgliederzahl im abgelaufenen Jahr um rund 160 auf nun 5650. Ursache dafür sei vor allem die Erhöhung der Rechtsschutzprämie zum 1. Januar gewesen, so Rudolph. Das hätten viele Mitglieder fälschlicherweise als Beitragserhöhung interpretiert. Die Vereinsarbeit hingegen funktioniere, wie die etwa 6000 Beratungen zum Mietrecht zeigten. Seit Jahren Hauptstreitpunkt sind dabei die Betriebskostenabrechnungen. „Mindestens die Hälfte von ihnen sind falsch kalkuliert“, sagt der Geschäftsführer. Die Rechtsberater des Vereins können helfen.

Allerdings kritisiert Danke: „Oft kommen die Mieter erst, wenn es sie persönlich betrifft.“ Der Grundgedanke der Solidarität sei bei den Rostockern derzeit zu wenig ausgeprägt. Dabei könne nur ein starker Verein die allgemeinen Mieterinteressen durchsetzen. Zu diesen Interessen zählt der Direktor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, auch die Förderung des sozialen Wohnungsbaus. Er kritisiert: „Das steht im Koalitionsvertrag der Regierung, im Moment passiert aber so gut wie nichts.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen