Unterkunft : Verein baut für Eltern krebskranker Kinder

Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Frankenstein: Wir wollen die Rahmenbedingungen für Familien verbessern.“
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Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Frankenstein: Wir wollen die Rahmenbedingungen für Familien verbessern.“

Ein Haus mit zehn Familienzimmern ist im Dr.-Lorenz-Weg geplant. Dafür soll ein Grundstück von der Stadt gekauft werden.

svz.de von
28. November 2014, 06:00 Uhr

Der Verein zur Förderung krebskranker Kinder plant ein Elternhaus im Dr.-Lorenz-Weg. Eltern und Geschwister an Krebs erkrankter Kinder sollen dort während der Behandlungszeit wohnen können. Das Grundstück gehört der Stadt, die es dem Verein verkaufen würde. Zu welchen Konditionen muss noch verhandelt werden. Der Verein hofft, schon im ersten Quartal 2015 das Gelände erschließen zu können.

„Unser Ziel ist, die Bedingungen für die Familien zu verbessern“, sagt Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Frankenstein. Eltern vom Land, deren Kinder im Uniklinikum behandelt werden, schlafen oft an den Betten des Kindes oder fahren ständig hin und her. Auch im Urlaub erkrankte Kinder werden vor Ort behandelt. In dem Elternhaus sollen Eltern und Geschwister ankommen und sich auch austauschen können.

Der sinnbildliche Grundstein für das Projekt wurde vor zwei Jahren gelegt. „Die Deutsche Kinderkrebsstiftung und die Einwohner Norddeutschlands haben uns das überhaupt erst ermöglicht“, sagt Frankenstein. Bei der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ kamen 3,4 Millionen Euro an Spenden für zwölf norddeutsche Vereine zur Förderung krebskranker Kinder zusammen. „Die Deutsche Kinderkrebsstiftung verwaltet das Geld treuhänderisch“, sagt Frankenstein. Und sie verteilt es auch. 400 000 Euro bekommt der Rostocker Verein für sein Elternhaus. Damit will er, so der Wunsch, das 2980 Quadratmeter große Grundstück im Dr.-Lorenz-Weg erwerben. Eine geeignete Fläche zu finden, wurde für den Vorstand aus Frankenstein, Adelheid Saretz, Tamara Antonijevic und Ralf Gülland zur Herausforderung. Die gute Lage im Sinne der Eltern war für sie zwingend. „Jetzt ist es optimal“, sagt Gudrun Eggers. Die Fläche liegt zwischen den Kliniken, zu anderen Häusern benachbart und mitten im Wald. Für den eigentlichen Bau gibt es Rücklagen aus Spenden. Die decken aber nicht alle Kosten. Gerade für die Einrichtung sind sie auf weitere Spenden angewiesen, sagt Saretz.

Das Haus soll über zwei Etagen zehn Familienzimmer haben, Küche, Gemeinschafts- und Wirtschaftsraum. Draußen soll ein Park mit Garten und Spielplatz entstehen. „Die Eltern müssen auch mal für sich sein können, weinen, aber auch einen lustigen Film sehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben“, sagt Eggers. „Wir werden es aber nicht ganz kostenlos machen können.“ Das Haus soll auch das neue Zentrum des Vereins werden. Ein Vortrags- und Beratungsraum, das Projekt Online-Maus und das Vereinsbüro sollen mit einziehen. Das Gebäude in der Schweriner Straße 20 will der Verein aufgeben. Eine Projektgruppe des 102 Mitglieder starken Vereins hat sich schon gegründet. „Sobald wir das Grundstück haben, können wir loslegen“, sagt Eggers.

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