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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 06:54 Uhr

1. Mai : Verdi warnt vor Altersarmut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gewerkschaften rücken Probleme in den Fokus. Kundgebung im Barnstorfer Wald.

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Das Wetter am gestrigen Tag der Arbeit war prächtig, die Aussichten für die Zeit der Rente sind es dagegen nicht. Um beim Wetter zu bleiben: Für viele Arbeitnehmer braut sich symbolisch am Zukunftshorizont ein echtes Tief zusammen, das statt des Vornamens einer Frau einen anderen trägt: „Altersarmut“, sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführer Detlev Follak. Die drohe künftig fast jedem Zweiten, der 37 Jahre gearbeitet und in die Rente eingezahlt hat. „Viele müssen später zum Amt gehen und aufstocken lassen“, prognostiziert Follak. „Da kann doch am System etwas nicht stimmen, das passt nicht zusammen“, kritisiert der Verdi-Gewerkschafter. Daran hätten auch Niedriglöhne, Leiharbeit und Werksverträge Schuld, mit denen Hunderttausende Menschen für die gleiche Arbeit weniger Lohn und schlechtere Arbeitsverhältnisse bekämen. „Hier bedarf es klarer Regeln auf Bundesebene“, sagt Follak.

Auch die Verdi-Jugend beteiligte sich am gestrigen Tag mit einem Demonstrationszug vom Doberaner Platz in den Barnstorfer Wald und auch bei der Diskussion. „Auch wir als Gewerkschaftsjugend setzen uns für bessere Arbeits- und Lernbedingungen in Betrieben ein. MV ist nicht nur mit Niedriglohn und Kinderarmut an der Spitze der Bundesländer, hier werden auch die meisten Überstunden geschoben“, kritisiert Anne Müller. Aktuell ist zu befürchten, dass ab 2030 die Hälfte der jetzigen Erwerbstätigen in Altersarmut rutscht. „Und Rente mit 70 ist keine Alternative“, sagt die Gewerkschafterin.

In der Podiumsdiskussion sprach Moderator Thomas Böhm mit Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD), Claudia Schulz (Grüne), Eva-Maria Kröger (Linke), Karina Jens (CDU), Detlev Follak (Verdi) und Fabian Scheller (DGB Jugend). Neben vielen negativen Aussichten berichtete Brodkorb von einem kleinen Erfolg: Nachdem jahrelang bei vielen Lehrern der DDR-Abschluss nicht anerkannt worden ist und sie dadurch weniger Gehalt und Rente als ihre Westkollegen bekommen haben, ist nun eine Änderung erreicht worden. „Sie bekommen jetzt auch mehr Geld und eine höhere Rente“, sagt Brodkorb.

Neben der Podiumsdiskussion waren Verbände, Gewerkschaften und Parteien mit Info-Ständen vertreten. Nach Schätzung von Follak kamen insgesamt knapp 2000 Gäste.

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