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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 12:13 Uhr

So schmeckt Rostock : Veganer Eisgenuss ohne Verzicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Argraringenieurin eröffnet Café und Snackbar in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und die Kunden kommen aus dem ganzen Land

Nach Fipronil-Eiern und Berichten aus der Massentierhaltung vergeht so manchem Verbraucher der Appetit. Da wird der ein oder andere nach gründlicher Abwägung des Konsumverhaltens gerne zum Veganer oder Vegetarier. Das haben nicht nur die größeren Industriebetriebe erkannt, sondern auch viele Einzelhändler.

Nach ihrer Ausbildung zur Diplom-Agraringenieurin wollte Judith Menzl ebenfalls neue Wege gehen und entschloss sich vor zwei Jahren, ein veganes Eiscafé zu eröffnen. „Ich esse unheimlich gerne Eis, arbeite gerne in der Lebensmittelverarbeitung und außerdem tun mir die Tiere leid“, erklärt die 31-Jährige ihren neuen Berufsweg. Im Jahre 2014 ging sie auf Suche nach einem Ladenlokal und wurde in der Fritz-Reuter-Straße 52 fündig. Nach großer Umbauphase folgte die erste vegane Eiszeit im Sommer 2015.

Doch kann das Eis ohne Milch, Eier und Sahne überhaupt schmecken? Lukas Laqua schaut zwischendurch gerne mal bei Judith Menzl vorbei, um sich eine Portion Nervennahrung zu gönnen. „Ich bin vor vier Monaten aus gesundheitlichen Aspekten von heute auf morgen Veganer geworden und vermisse gar nichts“, sagt der Schornsteinfeger. Er müsse auf nichts verzichten, auch nicht beim Eis.

Hier lässt sich Menzl auch einiges einfallen, damit das Geschmackserlebnis nicht ausbleibt. Sie setzt auf erlesene Zutaten und höheren Frucht- oder Kakaobohnenanteil. Die pflanzliche Hafer- oder Lupinenmilch kann mit Kuhmilch mithalten.

Auch das pflanzliche Sahnehäubchen ist im veganen Eiscafé auf jedem Eisbecher unverzichtbar. „Ich experimentiere gerne mit vielen Zutaten, wie beispielsweise mit Amarant im Schokoeis und konzentriere mich bei den Fruchteis-Sorbets auf einen Fruchtanteil von 50 Prozent“, beschreibt die Rostockerin ihre Erfolgsrezepte.

Die Frucht- und Schokosaucen stellt sie selbst her. Neben den Klassikern Schoko, Vanille und Erdbeere sind täglich neun weitere und wechselnde Eissorten im Angebot. Die Herstellung erfolgt täglich frisch. Der Erfolg gibt ihr recht, denn bereits in diesem Jahr konnte sie einem Mitarbeiter die Festanstellung anbieten. Da veganes Eis nicht an jeder Ecke zu haben ist, kommt die Stammkundschaft nicht nur aus der KTV. „Immer wenn ich in Rostock bin, leiste ich mir einen Abstecher und gönne mir ein Eis“, sagt der überzeugte Veganer Lothar Podewilt aus Plau am See.

Judith Menzl kann mit ihrem Konzept gut leben: „Ich möchte den Leuten zeigen, dass Vegan keinen Verzicht bedeutet und auch lecker schmeckt“, sagt die Rostockerin.

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