Uwe-Johnson-Werke erscheinen in Werkausgabe

<strong>Bedeutender Schriftsteller:</strong> Uwe Johnson<foto>dpa</foto>
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17. Juli 2012, 08:26 Uhr

Rostock | Es ist besiegelt: An der Universität Rostock soll in den kommenden Jahren eine Werkausgabe des Mecklenburger Schriftstellers Uwe Johnson (1934-1984) entstehen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde gestern von der Peter-Suhrkamp-Stiftung und deren Verlag, der Uni Rostock, der Johannes-und-Annitta-Fries-Stiftung und der Uwe-Johnson-Gesellschaft unterschrieben.

Die Universität Rostock gilt als Zentrum der internationalen Johnson-Forschung. Dort ist auch eine Uwe-Johnson-Stiftungsprofessur angesiedelt. Professor Holger Helbig nannte die Werkausgabe, bis zu deren Fertigstellung rund 20 Jahre eingeplant sind, ein herausragendes literatur- und kulturhistorisches Ereignis. Zudem unterstreicht er: "Eine Werkausgabe hat es bisher nicht gegeben, weil es ein immenser Aufwand ist, alle Manuskripte und Schriften noch mal durchzusehen, auch technisch und juristisch." Nach seinen Schätzungen liegen die Gesamtkosten im einstelligen Millionen-Bereich. Ein entsprechender Antrag für das Langzeitvorhaben sei bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eingereicht worden. Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern und Kultusminister Matthias Brodkorb (SPD) habe seine Unterstützung signalisiert.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wie Helbig sagt: "Wir sind mittendrin." Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass der Nachlass Johnsons von Marbach am Neckar nach Rostock abgegeben wird. Das Archiv werde in der Universitätsbibliothek untergebracht. Dazu gehören auch Möbel und private Dinge. Um die lange Wartezeit zu verkürzen, werden voraussichtlich schon vorab einige Einzelstücke in einer kleineren Ausstellung zu sehen sein. Das solle nach Helbig interessant für Wissenschaftler und andere Johnson-Fans sein.

Für Einsteiger in Johnsons Werk empfiehlt Helbig dessen Erstlingswerk "Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953", das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Auch "Jahrestage" sei sehr empfehlenswert: "Wer über die ersten 100 Seiten hinweggekommen ist, wird sein Leben lang Johnsons Werke lesen", sagt der Experte. Aus dem Material des Archivs soll zudem eine permanente Johnson-Ausstellung entstehen. "Das ist eine Sensation", sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). "Davon werden Kultur, Bildung und auch die Wirtschaft in der Hansestadt profitieren."

Die Gesamtausgabe erscheint im Suhrkamp Verlag, zum Teil auch in digitaler Form.

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