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Kreuzströmung an der Warnemünder Mole wird zur Gefahr : Urlauber vor dem Ertrinken gerettet

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Zwei Urlauber aus Sachsen sind gestern früh mit einer Unterkühlung und dem Schrecken davongekommen. Bei ihrem Badegang nahe der Warnemünder Mole konnte sich ein Paar nicht mehr aus eigener Kraft ans Ufer retten.

svz.de von
erstellt am 30.Jul.2013 | 10:13 Uhr

Warnemünde | Zwei Urlauber aus Sachsen sind gestern früh mit einer Unterkühlung und dem Schrecken davongekommen. Bei ihrem Badegang gegen 8.40 Uhr nahe der Warnemünder Mole konnten sich eine 59-jährige Frau und ein 68 Jahre alter Mann aufgrund starker Strömungen nicht mehr aus eigener Kraft ans Ufer retten. Die Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht kamen den beiden zu Hilfe und zogen sie an Land.

Obwohl die Wachtürme regulär erst ab 9 Uhr besetzt sind, war das Team wegen der täglichen Vorbereitungen bereits kurz nach 8.30 Uhr am Strand. "Gerade, als ein Rettungsschwimmer Turm eins aufschließen wollte, kam ein Badegast angelaufen, um Hilfe zu holen", sagt Torge Strobach, Rettungsschwimmer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). Mit Flossen und Schnorchel eilten zwei geübte Schwimmer dem schätzungsweise 50 Meter vor dem Ufer treibenden Paar zu Hilfe. Schwimmend konnten die in Not geratenen Badegäste schließlich gerettet und an Land gebracht werden. Drei weitere DRK-Rettungskräfte eilten mit einem Quad am Strand hinterher, um die Ersthilfe leisten zu können.

Obwohl mitten auf dem Strand vor der Mole ein großes Badeverbotsschild - in deutscher und englischer Sprache - steht, starker Wellengang und Windstärke 5 bis 6 vorherrschten, ist das Paar zusammen mit einer Urlaubsgruppe aus Halle und Leipzig leichtsinnig in die Ostsee gesprungen. "Wer einen gesunden Menschenverstand besitzt, geht bei diesen Bedingungen nicht ins Wasser", sagt Strobach. Seiner Meinung nach überschätzten sich oft ältere Menschen, die sich zwar körperlich fit fühlen, aber die Kraft der Wellen nicht abschätzen können. "Wir sind fassungslos über den Leichtsinn", sagt DRK-Sprecherin Ulrike Becker.

Sonne und Wind bilden trügerische Kombination

Gerade an der Mole ist die Gefahr, zu ertrinken, groß. "Dort entstehen so genannte Kreuzströmungen", sagt Strobach. Das bedeutet, dass die Wellen, die von Westen her gegen die Mole prallen, in Richtung Ufer wieder abprallen. Genau an diesem Knickpunkt entsteht ein Strömungskreisel, aus dem sich Menschen nur noch schwer befreien können. "Bei dem Versuch, ans Ufer zu gelangen, werden sie immer wieder hinaus gesogen", so der Rettungsschwimmer.

Obwohl gestern ab 9 Uhr die rote Fahne an den Rettungstürmen wehte, missachteten Badegäste das Verbot. "Die Gefahr liegt darin, dass wir lange sonniges Wetter, dafür aber starken Wind haben. Das ist eine trügerische Kombination, die leider oft unterschätzt wird", so der 21-Jährige. Er appelliert an die Vernunft der Strandbesucher, sich an die Anweisungen der Rettungsschwimmer und an die aufgestellten Warnschilder zu halten. Gerade vor dem Hintergrund, dass Anfang Juli erst ein elfjähriger Junge an gleicher Stelle tödlich verunglückte, hofft Strobach, dass die Badegäste sich der Gefahren bewusster werden.

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