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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 20:22 Uhr

Urlauber missachten das verhängte Badeverbot

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jul.2013 | 07:10 Uhr

Warnemünde | Die Bewohner des Ostseebades sind schockiert. Der tragische Tod eines elfjährigen Jungen, der vor zwei Tagen bei einem Badeunfall ertrunken ist, löst überall Bestürzung aus. Warum der Junge trotz warnender roter Fahne, die zur Kennzeichnung des allgemeinen Badeverbots von der DRK-Wasserwacht aufgehängt wurde, ins Wasser ging, ist bisher unklar.

Gestern wehten die roten Fahnen wieder an allen sieben Wachtürmen am Strand von Warnemünde. Trotzdem sprangen einige Urlauber ungehindert in die Fluten. "Wir können nur eine Empfehlung aussprechen, leider halten sich nicht alle daran", sagt Wachleiterin Susanne Schultz (35). An jedem Aufgang werden die Warnhinweise der Wasserwacht auf Tafeln erklärt. "Auch auf die Gefahren an der Küste wird eingegangen", sagt Rettungsschwimmer Arian Baum (17). Gelbe Fahne bedeutet, Badeverbot für Kinder unter 14 Jahren, rote Fahne heißt absolutes Badeverbot. "Ab Windstärke sechs bis sieben und bei Gewitter hängen wir die rote Fahne auf. Bei einem Einsatz wird es dann auch für uns lebensgefährlich", sagt Wachleiterin Schultz.

Immer wieder missachten jedoch gerade Urlauber diese Hinweise. "Sie sind leichtsinnig und unterschätzen die Strömung", sagt Baum. Am Boden ist sie besonders stark. Sie reist den Badegästen die Beine weg und zieht sie aufs offene Meer hinaus. Auch im Buhnenbereich weiter westlich und bei den Steinen an der Mole entstehen unvorhersehbare Strömungen.

Obwohl die Wasserwacht mit ihren zwei Schlauchbooten schnell beim Unglücksort sein kann, ist es dann oft schon zu spät. Gerade an einem überlaufenen Strand sei es schwer, zu unterscheiden, ob ein Mensch vom Wasser aus seiner Familie zuwinkt oder um Hilfe rudert. Im Ernstfall rät Schultz, auffällig mit den Armen zu winken und um Hilfe zu rufen: "Wir fahren lieber einmal mehr raus als einmal zu wenig."

Damit es erst gar nicht dazu kommt, bittet sie die Badegäste, die Hinweise der Wasserwacht ernst zu nehmen. "Vor allen Dingen müssen Eltern ihre Kinder über die Gefahren aufklären und dürfen sie nicht ohne Aufsicht lassen", fügt sie hinzu. Vielleicht hätten diese Hinweise dem elfjährigen Jungen das Leben retten können. Denn obwohl alle Wachtürme ab 9 Uhr besetzt waren, wurde der Unfall zu spät bemerkt. "Es ist tragisch, wir haben alles Menschenmögliche getan. Es ist sehr bedauerlich, gerade weil es sich um ein Kind handelt", so Schultz.

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