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Maria Neumeister bringt alten Bulli auf Vordermann : Unterwegs mit der "alten Dame"

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Wenn Maria Neumeister im Rostocker Straßenverkehr unterwegs ist, ist sie nicht zu übersehen. Der Grund: ihr brauner VW-Bus (Baujahr 1987), den sie souverän durch die engen Straßen der Kröpeliner-Tor-Vorstadt lenkt.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 08:59 Uhr

Stadtmitte | Wenn Maria Neumeister im Rostocker Straßenverkehr unterwegs ist, ist sie nicht zu übersehen. Der Grund dafür: ihr brauner VW-Bus, den sie souverän durch die engen Straßen der Kröpeliner-Tor-Vorstadt lenkt. Schon mit 18 wollte sie so einen Bulli fahren, weswegen sie sofort Nägel mit Köpfen machte, als ihr altes Auto nicht mehr fahrtüchtig war. In einer Kleinanzeige hat sie den 1987 gebauten Oldtimer entdeckt und sofort zugeschlagen. Seitdem bringt sie ihn Stück für Stück auf Vordermann. Dazu braucht es vor allem Geduld. "Es kostet wahnsinnig viel Zeit und Geld. Aber man kann ja auch viel selber machen. Das ist es, was wirklich Spaß macht", so Neumeister.

Dabei hatte die 30-Jährige am Anfang keinerlei technische Erfahrungen, musste sich alles langsam erarbeiten. Ihre Entschlossenheit hat sie dabei nie verloren. "Wenn ich etwas unbedingt will, mache ich das einfach", sagt sie. Hilfe sucht sie sich bei Freunden, die selbst einen Bulli haben, oder in Fachbüchern. Nachdem sie Lackierung und Innenausstattung verändert hat, bleibt für Neumeister noch sehr viel zu tun. Vor allem an der Technik will sie noch einiges verbessern. Für sie ist die Instandhaltung des Bullis ein Dauerprojekt: "Ich glaube, der ist nie wirklich fertig. Es finden sich immer irgendwelche Kleinigkeiten." Diesem Umstand verdankt der Bus auch seinen Spitznamen: Neumeister nennt ihn liebevoll "alte Dame". "Sie ist eben wie eine alte Frau mit ein paar Gebrechen", erklärt sie lachend.

Seit sieben Jahren sind die beiden nun schon gemeinsam unterwegs. Eine Zeit, in der die "alte Dame" ihrer Besitzerin nicht nur Glück gebracht hat. Besonders bitter: Die Fahrt zu einem Festival musste abgebrochen werden, weil die Bremslichter durchgebrannt waren. "Der Gestank ist uns noch in Rostock, kurz vor der Autobahnauffahrt aufgefallen", berichtet Neumeister. Der Abschleppwagen musste den Bulli wieder in die Garage bringen. Solche Pannen sind es, die den größten Lerneffekt für die Hobbybastlerin haben. "Erst mal musste ich auf Fehlersuche gehen. Aber wenn man so ein Problem einmal gelöst hat, ist man beim nächsten Mal auf jeden Fall schlauer." Vorfälle wie das verpatzte Festival nimmt Neumeister mit Humor. "Wir haben dann unsere Klappstühle an der Garage aufgestellt und uns dort über die Vorräte hergemacht. Das war schon wieder lustig", erzählt sie.

Die schönen Erinnerungen überwiegen sowieso: "Es gab schon so viele Festivals, die einfach wunderbar waren. Außerdem war ich mit der ,alten Dame’ schon für drei Monate in Barcelona. Da lief auch alles reibungslos." Neben den vielen Reisen verbindet Neumeister und ihren fahrbaren Untersatz auch noch ein ganz besonderes Datum: Der Tag der Erstzulassung fällt auf ihren Geburtstag. "Diesen Tag verbringen wir dann immer zusammen. Wir fahren durch die Gegend und unternehmen was Schönes", erzählt sie. Dann werden Erinnerungen für den Winter angehäuft. In der kalten Jahreszeit steht der Bulli nämlich in der Garage. Für Neumeister eine besonders schwere Zeit: "Es gefällt mir nicht, wenn ich nicht einfach losfahren kann." Zumindest hat sie dann umso mehr Zeit, sich ihren anderen Talenten und Pflichten zu widmen. Erst im Juli hat sie in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt ein Studio eröffnet, in dem sie selbst geschneiderte Kleidung und Accessoires unter ihrer eigenen Marke verkauft.

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