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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 04:26 Uhr

Uniklinik bis 2018 noch im Umbau

vom

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2013 | 09:13 Uhr

HansaViertel | Seit Monaten rollen die Baufahrzeuge auf dem etwa zehn Hektar großen Areal zwischen Schillingallee, Strempel-, Rembrandt- und Ernst-Heydemann-Straße. Das Gelände des Universitätsklinikums wird ausgebaut - neue Gebäude kommen dazu, alte werden saniert.

Im Zentrum des Komplexes werden von Mitte 2014 bis 2018 die Zentralen Medizinischen Funktionen (ZMF) entstehen, erklärt Robert Klaus, Leiter des Bauprojektes beim Betrieb für Bau und Liegenschaften. Der BBL koordiniert die komplette Baustelle. Im ZMF wird der Klinikbetrieb zusammenlaufen: Patienten kommen zu Fuß, mit dem Auto, mit Rettungswagen oder aus der Luft auf dem neuen Notfall-Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des ZMF an. Die luftrechtliche Genehmigung vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung wurde Ende Mai erteilt. Das ZMF wird über Verbindungsbauten an die anderen Häuser angeschlossen. Von einer großen Annahmestelle aus werden die Patienten weitervermittelt - etwa in Orthopädie, Chirurgie oder Innere Medizin. Eine Verbindung gibt es auch durch eine teilweise unterirdische Warentransportanlage mit fahrenden Containern, die medizinische Güter zu den Stellen, in denen sie gebraucht werden, bringen. Der bisherige Hubschrauberlandeplatz in der Ernst-Heydemann-Straße bleibt bis auf Weiteres erhalten.

Ein bereits im Februar 2013 abgeschlossener Neubau ist das Ver- und Entsorgungszentrum in der Rembrandtstraße. Permanent wird an der Infrastruktur, Wegen auf dem Gelände oder auch den Ausfahrten gewerkelt. Die alte Kinderchirurgie ist schon weg. "Jetzt arbeiten wir unterirdisch und reißen das alte Bunkergebäude ab", sagt Klaus. Die dort gelegenen Versorgungsleitungen für Strom, Wärme oder Wasser wurden schon zuvor ersetzt, die alten noch bis März genutzt. Um den Lärm für Patienten, Mitarbeiter und Anwohner einzudämmen, lässt der BBL dort nicht mit Presslufthämmern arbeiten, sondern mit Seil- und Diamantsägen. Über Sägeseile werden die großen Brocken der zirka 1,4 Meter dicken Wand abgetragen.

Regelmäßig treffen sich BBL und Klinikvertreter zu Baulogistikbesprechungen - der Klinikablauf, die Einfahrt der Rettungswagen sollen nicht gefährdet werden, aber auch der Bau soll vorangetrieben werden, so Christian Hoffmann, Sprecher des BBL. Und es gibt noch mehr Herausforderungen neben dem Bau bei laufendem Klinikbetrieb: "Das ganze Areal steht im Prinzip unter Denkmalschutz", so Hoffmann. Der Chirurgie-Altbau konnte erhalten und bis Oktober 2012 saniert werden. Nach Fertigstellung des ZMF wird noch der Südflügel der Chirurgie saniert - wie, das wird akribisch mit den Ämtern abgestimmt. Ein aktuelles Projekt sind Abriss und Neubau der abgesackten Mauer um das Gelände herum. Sie stammt aus den Anfängen des Campus, der bis 1918 gebaut wurde, und wird der historischen Mauer wieder nachempfunden.

Auch der Artenschutz wird berücksichtigt: Auf dem Campus leben Haussperlinge, Mauersegler, Rauchschwalben, Turmfalken, Eulen und mehrere Fledermausarten. Der BBL geht von 2000 Tieren aus. In neuen Kästen oder Nischen in den Wänden sollen sie weiterhin Unterschlupf finden.

Im Ortsbeirat des Viertels ist der Klinikbau ein Dauerthema - vor allem weil dadurch Parkflächen wegfallen. Der BBL kann Entwarnung geben. Dauerhaft entfallen nur sechs Stellflächen: in der Strempelstraße vier für eine neue Ausfahrt für den Großschadensfall und in der Rembrandtstraße zwei. Die übrigen derzeit nicht nutzbaren Parkplätze sind nur temporär für die Bauarbeiten gesperrt, so Hoffmann. Außerdem hat das Klinikum für den Neubau von Gebäuden Stellplätze für Mitarbeiter oder auch Patienten nachgewiesen. 60 Parkplätze sind vorgeschrieben und 2008 schon vorsorglich auf der Schafswiese miteingeplant worden. Noch immer sind dort mehr Plätze, als notwendig wären, so Klaus.

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