Auszeichnung : Rostocker Forscher beeindrucken Unesco-Kommission

Rostocker Studenten planen mit Unterstützung des Netzwerks Schulgartenunterricht einen Erlebnisgarten für eine benachbarte Kita.
Rostocker Studenten planen mit Unterstützung des Netzwerks Schulgartenunterricht einen Erlebnisgarten für eine benachbarte Kita.

Das von der Uni initiierte Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung in Gemeinschaftsgärten wird ausgezeichnet.

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26. November 2019, 08:08 Uhr

Rostock | Eine besondere Ehrung haben Forscher der Rostocker Universität erfahren. Sie wurden vergangene Woche vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der deutschen Unesco-Kommission für ihr Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung in Gemeinschaftsgärten (BNE) ausgezeichnet. Dieses wurde vom Institut für Grundschulpädagogik der Universität Rostock initiiert.

"Wir freuen uns", sagt Frederik Ernst, der zu dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Lehrerbildung promoviert. Wie Nachhaltigkeit gelebt werden kann, zeigt das Rostocker Netzwerk. "Hier geht es darum, gemeinschaftlich konkrete Handlungsoptionen zu erfahren", so Ernst. Jung und Alt im Garten zusammenzubringen, den Naturbezug zu stärken und zu erfahren, welche Apfelsorten es gibt und warum diese zu dieser Jahreszeit besser für das Klima und die Umwelt sind als Bananen, all das seien Themen.

Sich mit verschiedenen Menschen im Garten ausprobieren

"Nachhaltige Entwicklung beinhaltet aber auch einen sozialen Aspekt, der in Gemeinschaftsgärten wie zum Beispiel den Kleingartenanlagen eine große Rolle spielt", betont der Forscher. Die Rostocker Kleingartenwelt sei sehr engagiert und stadtpolitisch aktiv. Auch das biete ein hervorragendes Lernfeld. Außerdem gebe es laut Ernst viele weitere spannende Gartenprojekte in der Hansestadt. Ziel sei es, dass bei dieser Arbeit alle an einem Strang ziehen und mit ganz verschiedenen Menschen im Garten ausprobieren, wie nachhaltiges Leben konkret aussehen könne und so den Garten als Bildungsort zu stärken, betont Ernst.

Sich gegenseitig helfen

"Ein nachhaltiges Leben beinhaltet neben der Umwelt und der Wirtschaft auch die soziale Komponente. Gemeinschaftsgärten würden sich dazu hervorragend eignen", bricht Ernst eine Lanze für diese Art des Gärtnerns. "Man hilft sich beim Gießen, tauscht Gartenwissen und Pflanzen aus, plant gemeinsame Feste, engagiert sich zum Beispiel als Kleingarten in der Stadtpolitik, verbringt gemeinsame Tage im Garten und baut sein eigenes Biogemüse vor der Haustür an." Wer zu viel habe, verschenke es. "Das alles ist konkret gelebte Nachhaltigkeit", so Ernst. Ziel der Netzwerkarbeit sei es, die vielen Initiativen in Rostock zusammenzubringen und Bildung für nachhaltige Entwicklung generationsübergreifend und über alle Bildungsebenen mit Freude im Garten umzusetzen.

Mit allen Sinnen erleben

Die Jury würdigte die Rostocker Uni-Initiative so: "Der Erlebnisgarten ist ein Gemeinschaftsgarten für alle Netzwerkpartner, in dem Schulgartenseminare veranstaltet werden und selbstverwaltete Veranstaltungen stattfinden." Hier können Studierende Bildung für nachhaltige Entwicklung mit allen Sinnen erleben und daran ganzheitlich aktiv mitgestalten. So zeige das Netzwerk im städtischen Kontext beispielhaft, wie Nachhaltigkeit gelebt werden könne, hob die Jury hervor.

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