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14. Dezember 2017 | 01:59 Uhr

Uni-Rektor vor dem Rücktritt?

vom

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2012 | 08:25 Uhr

Rostock | Der Rechtsstreit um den Prorektor für studentische Angelegenheiten könnte Rostocks Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck möglicherweise zur Aufgabe seines Amtes bewegen. Zwischen Personalrat und Hochschulleitung herrscht mittlerweile Funkstille. Heiko Marski ist der amtierende studentische Prorektor und hat bisher keinen Arbeitsvertrag - seit gestern klagt er vor dem Arbeitsgericht Rostock auf Festanstellung.

Falls Marski den Prozess gewinnt, will Schareck unbestätigten Gerüchten zufolge sein Amt niederlegen. Er nehme den Rechtsstreit zu persönlich, glaubt Dr. Sybille Bachmann, die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Uni Rostock. Zuletzt habe sich die Hochschulleitung samt Schareck nicht mehr vom Personalrat beraten lassen. Bachmann sagte gestern nach der Verhandlung: "Ich bedauere es sehr, dass die Universität keine Lösung gefunden hat." Das Problem mit dieser arbeitsrechtlichen Situation sei lange bekannt gewesen. Marski bekam zwischen April 2010 und März 2011 eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 800 Euro, für die es gar keine rechtliche Grundlage gegeben haben soll. Seit April 2011 erhalte Marski nun gar kein Geld mehr von der Uni.

Zum Prozessauftakt war Schareck selbst nicht anwesend, er hielt sich gestern in Schwerin auf. Eine Rechtsanwältin vertrat stattdessen das Land vor dem Arbeitsgericht. Schareck überließ es seinem Sprecher Dr. Ulrich Vetter, eine Erklärung abzugeben: "Aufgrund der Neuartigkeit des Amtes des studentischen Prorektors sind rechtliche Fragen aufgetreten, die einer Klärung bedürfen." Dazu, dass Schareck im Falle einer gerichtlichen Niederlage sein Amt aufgeben wolle, schweigt der Rektor. Sein Sprecher Vetter gibt sich wortkarg: "Dazu nehmen wir keine Stellung."

Die Gesamtpersonalratsvorsitzende Bachmann, die zurzeit für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert, begleitete Marski während der vergangenen Monate und ist überzeugt, dass die Uni Rostock diesen Prozess verlieren wird. "Durch den Uni-Alltag ist hier ein Dienstverhältnis entstanden", so Bachmann. Der Vorsitzende Richter im Arbeitsgericht machte deutlich, dass es sich um ein Dienstverhältnis öffentlich-rechtlicher Art in besonderer Weise handeln könnte. Vetter sagt: "Die Ausgestaltung der studentischen Mitwirkung in der Hochschulleitung müssen die Gremien der Universität nach Klärung der aufgetretenen rechtlichen Fragen unter Umständen neu diskutieren."

Beim gestrigen Prozess wurde erstmals auch die Forderung von Marski bekannt: Sein Anwalt schlug eine Besoldung der Stufe W3 vor. Das bedeutet rund 5000 Euro brutto im Monat. Die Begründung: Marski erledige die gleichen Aufgaben wie die anderen Prorektoren - und die bekommen dieses Gehalt.

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