Rostock : Uni koordiniert Antarktis-Forschung

Das deutsche Forschungsschiff 'Polarstern' trifft in der Antarktis auf zwei Pinguine (Archivfoto von Dezember 2004).

Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ trifft in der Antarktis auf zwei Pinguine (Archivfoto von Dezember 2004).

Deutsche Untersuchungen laufen über die Schnittstelle Rostock.

svz.de von
17. April 2015, 12:00 Uhr

Die Antarktis-Forschung in Deutschland wird künftig von der Universität Rostock koordiniert. Die Wissenschaftler beraten Kollegen anderer Universitäten, die Polarforschung betreiben wollen, teilt die Hochschule mit. Außerdem liefern sie Informationen für Fachkollegen, die an polaren Expeditionen teilnehmen möchten.

„Die Polargebiete spielen eine besonders wichtige Rolle im Klimageschehen der Erde. Hier spiegeln sich die Auswirkungen des globalen Klimawandels am deutlichsten in den hohen Breiten wider“, sagt Prof. Ulf Karsten vom Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl für angewandte Ökologie und Phykologie der Universität Rostock. Er gilt deutschlandweit als Experte für diese Regionen und koordiniert jetzt das Schwerpunktprogramm „Antarktis-Forschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten“. Unterstützt wird er dabei von der Chemikerin Dr. Julia Regnery. Sie leitet ab sofort das jetzt an der Uni Rostock eingerichtete Koordinationsbüro Antarktis-Forschung.

Die 33-Jährige, die in Mainz studierte und promovierte, hat 14 Monate das luftchemische Observatorium auf der deutschen Forschungsstation Neumayer III betreut und somit in der Antarktis überwintert. Ihre Arbeit in Rostock sieht sie als eine neue Herausforderung. „Dass uns von der Deutschen Forschungsgemeinschaft diese Koordination übertragen wurde, ist ein weiterer Leuchtturm für die Uni Rostock und ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Karsten.

Aufgrund ihrer extremen Umweltbedingungen zeichnen sich die Antarktis und Arktis durch eine besonders angepasste, mit dem Eis assoziierte, marine und terrestrische Flora und Fauna aus. „Diese hoch spezialisierten Organismen reagieren besonders empfindlich auf Klimaänderungen und stellen somit effektive Bioindikatoren dar“, so Karsten.

Das Programm zur Antarktis-Forschung ist multidisziplinär angelegt und kommt deutschen Polarforschern aller naturwissenschaftlichen Fachgebieten zugute.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen