Rostock : Uni-Klinik: Großbaustelle ruht

Die Arbeiten am Fundament für den Neubau für Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF) wurden gestoppt.
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Die Arbeiten am Fundament für den Neubau für Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF) wurden gestoppt.

Patienten- und Notaufnahme muss wegen eines Gutachtens umgeplant werden / Fertigstellung verzögert sich um mindestens ein Jahr

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31. März 2014, 07:50 Uhr

Hohe Bauzäune, ein provisorisches Pförtnerhäuschen und eine unübersichtliche Verkehrsführung: Der Universitätsklinik-Campus Schillingallee ist mittlerweile seit mehreren Jahren Großbaustelle und wird es nun auch länger bleiben als ursprünglich geplant. Denn momentan stehen die Bauarbeiten am Herzstück des Campus, dem Gebäude für Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF), still. Grund dafür ist ein Gutachten, das der Landesrechnungshof vorgelegt hat. Darin wird die Funktionalität des bisher geplanten Neubaus angezweifelt. Jetzt heißt es: umplanen.

Eigentlich sollten dieser Tage die Bauarbeiten beginnen. Der Sprecher des Betriebs für Bau und Liegenschaften MV (BBL), Christian Hoffmann, erklärt, dass dafür bereits alle Vorbereitungen getroffen waren. Ende vergangenen Jahres sei das Baufeld vollständig bereinigt worden. Die Bunkeranlagen wurden teilweise abgebrochen oder für die weitere Nutzung aufbereitet. Im nächsten Schritt sollte nun das Fundament gegossen werden. „Die Arbeiten wurden mittlerweile gestoppt“, sagt Hoffmann. Zufriedenstellend sei das für den BBL als Vertreter des Bauherrn MV nicht. Allerdings stehe im Vordergrund, dass das Gebäude am Ende die nötige Funktionalität aufweise.

Und die sei laut Gutachten zweifelhaft. Die Universitätsmedizin wurde dazu veranlasst, noch einmal genau darzulegen, welche Anforderungen sie an das Gebäude stellt. Mittlerweile ist ein Betriebsorganisationskonzept in Arbeit, das einen reibungslosen Klinik-Ablauf gewährleisten soll. „Die strategische Planung für die Universitätsmedizin wird in den nächsten Monaten überarbeitet und im Laufe des Jahres den Aufsichtsgremien vorgestellt“, sagt Harald Jeguschke, Kaufmännischer Vorstand. Im Neubau vorgesehen seien im Vergleich zur ursprünglichen Planung eine größere zentrale Notaufnahme und die Schlaganfallbehandlung.

Ob die Umplanungen am Ende nicht nur für eine verspätete Fertigstellung, sondern auch für höhere Kosten sorgen werden, sei laut BBL noch unklar. Veranschlagt waren für das ZMF ursprünglich rund 80 Millionen Euro. „Wir planen Kosten und bekommen hinterher Preise“, sagt Uwe Sander, Leiter des BBL-Geschäftsbereichs Rostock.

Nach einer Neuordnung des BBL ist Sander ab dem 1. April für den Hochschul- und Klinikbau im gesamten Land verantwortlich. Es sei ein ganz besonderes Aufgabengebiet, denn die späteren Nutzer der Bauwerke hätten ganz bestimmte Ansprüche. Im ZMF läuft später der gesamte Klinikbetrieb zusammen. Es ist der erste Anlaufpunkt für alle Patienten, egal ob sie zu Fuß, mit dem Rettungswagen oder Hubschrauber kommen. Der Baustart werde sich nach Angaben Sanders um mindestens ein Jahr verzögern.

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