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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 21:24 Uhr

Rostock : Uni bekommt Dämpfer für Biomedicum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ortsbeirat lehnt den Bau wegen fehlender Stellplätze ab, aber der BBL-Chef beschwichtigt. Im September entscheidet der Ausschuss über das Vorhaben. #wirkoennenrichtig

Die Rostocker Universitätsmedizin wird immer größer und moderner, der Campus Schillingallee wächst seit Jahren stetig. Neben den Zentralen Medizinischen Funktionen (ZMF) soll die neueste Errungenschaft für 20 Millionen Euro jetzt das Biomedicum, ein Lehr- und Forschungszentrum für angehende Mediziner und Biotechnologen, in der Kopernikusstraße zwischen Wiro-Parkhaus und Kita werden. Doch der Ortsbeirat Hansaviertel hat den Plänen der Uni einen Strich durch die Rechnung gemacht und den Bauantrag des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL) MV in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig abgelehnt. Der Grund: Statt der nach der Stellplatzsatzung notwendigen 58 sind nur 18, also weniger Parkplätze geplant.

Anwohner befürchten Verlust von Stellflächen

„Wie dem Antrag zu entnehmen ist, sollen auf dem Grundstück nur zehn Stellplätze entstehen, dazu acht auf der Schafswiese eingerichtet werden. 40 weitere sollen abgelöst, also ausbezahlt werden“, erklärt Beiratsmitglied Matthias Witte (CDU). Das gehe auf Kosten der Anwohner. „Wir haben im Zuge des Klinikbaus schon so viele Parkplätze verloren, diese Ablöse können wir nicht vertreten“, unterstreicht der Vorsitzende Karsten Cornelius (SPD). „Vielleicht sollten wir als Beirat den Bau einer Tiefgarage fordern“, schlägt Witte vor. Den will das Gremium jetzt per Schreiben an Bauausschuss und Land anregen.

BBL-Chef Heinz-Gerd Hufen beschwichtigt: „Dort entstehen kaum zusätzliche Arbeitsplätze. Die meisten, die das Gebäude nutzen werden, arbeiten und lernen schon jetzt an anderen Standorten auf dem Campus, ziehen also nur um.“ Deshalb seien laut Hufen auch nicht viel mehr Parkplätze notwendig als bisher, wobei auf das kleine Grundstück ohnehin nur die angesetzten zehn Parkplätze passten. Der Bau einer Tiefgarage sei für das Projekt absolut unwirtschaftlich und deshalb ausgeschlossen. Stattdessen habe der BBL fast doppelt so viele Fahrradstellplätze wie nötig eingeplant, wolle die 256 Mitarbeiter, die künftig im Biomedicum tätig sein werden, entschieden dazu anspornen, auf das Rad sowie öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen, so Hufen. Über die Genehmigung des Antrags in seiner jetzigen Form entscheidet der Bauausschuss der Bürgerschaft im September.

Im Überblick: das Biomedicum

  • Für 20 Millionen Euro bekommt die Universitätsmedizin ein neues viergeschossiges Zentrum für Forschung und Lehre
  • 256 Mitarbeiter sollen in dem Komplex in der Kopernikusstraße zwischen Wiro-Parkhaus und Kita tätig werden
  • Im Erdgeschoss soll eine Simulations-Arena entstehen, in der die angehenden Mediziner, Zahnmediziner und Medizinischen Biotechnologen an Geräten und lebensgroßen Puppen Eingriffe üben können
  • In den oberen drei Stockwerken finden Labore für Anästhesie, Chirurgie und Innere Medizin Platz. Oben auf kommt die Technikzentrale
  • 2018 soll Baustart sein
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