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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. September 2017 | 06:23 Uhr

Matrosendenkmal Rostock : Ungeahntes entdeckt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Bauleute sind im maroden Sockel des Denkmals aus den 70er-Jahren nun auf Ungeahntes gestoßen.

Das Matrosendenkmal im Stadthafen stellt die Bauexperten vor Herausforderungen. Deren Gutachten und damit die Entscheidung, wie es mit dem Monument weitergeht, wird noch einige Wochen auf sich warten lassen. Das Monument zählt zu den 77 Denkmälern, auf die in der Stadt künftig besonders hingewiesen werden soll.

Die Bauleute sind im maroden Sockel des Denkmals aus den 70er-Jahren auf Ungeahntes gestoßen. Nebst den bekannten Hohlräumen, den Doppelschalen, wurden im Matrosendenkmal auch noch kleinere entdeckt, sagt die Leiterin des Amtes für Kultur und Denkmalpflege, Michaela Selling. Eine halbe Person hätte darin Platz. Das Amt hatte den Kommunalen Eigenbetrieb Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) mit dem Gutachten beauftragt, der wiederum Sachverständige beauftragte. Jetzt sind Spezialfirmen am Werk. Sie nehmen mittels Bohrungen und Schnitten im Beton Materialproben. „Das ist ein ziemlich kompliziertes Verfahren“, sagt Selling.

Zudem sei auch der Unterbau der Bronzestatue sehr komplex und eben kein einfacher Sockel. Er ist in richtige Zimmer unterteilt, sagt die Amtsleiterin. Der Unterbau erstreckt sich unterirdisch fast bis zur Wasserkante. Die Statik muss für alle Stellen überprüft werden, schließlich wiegt die Bronzestatue 40 Tonnen.

Das Gutachten erwartet Selling in drei Wochen. Erst danach könnte auch über die Sanierung entschieden werden und auch, ob die Statue dafür vorübergehend abgenommen werden müsste. Schon Ende 2012 hatte ein Sachverständiger eine beeinträchtigte Standsicherheit attestiert. Bisher wurden die anfallenden Kosten mit 150 000 Euro veranschlagt.

Die Nutzung des Sockels als Museum sei zunächst „überhaupt noch kein Thema“, sagte Selling. Aber in jedem Fall solle dort besser auf die Historie hingewiesen werden als bisher. „Es ist wichtig für die Identität einer Stadt, an gewissen Punkten auch Stadtgeschichte sichtbar zu machen.“ Da diese für den Passanten noch nicht ohne Weiteres erkennbar sei, wird am Denkmal eine Infotafel aufgestellt, die auf den Kieler Matrosenaufstand von 1918 und die historische Einordnung und Bedeutung für Rostock hinweist. 77 solcher Tafeln sollen bis zum Stadtjubiläum 2018 zu finden sein – und das nicht nur in der Innenstadt wie aktuell schon an der Petrikirche, sondern auch in den Randvierteln.

Mit dem Denkmal am Hafen soll auch der Weg am Ufer saniert und gestaltet werden. Er soll absturzsicherer werden. An dieser Stelle sei der Weg am Stadthafen unterbrochen, sagt Selling. Mit dem ganzen Uferweg – von der Silohalbinsel bis zum ehemaligen Gelände der Neptun-Werft – beschäftige sich das Stadtplanungsamt. „Das Ziel ist es, die Attraktivität dieser Erlebnismeile zu erhöhen“, so die Kulturamtsleiterin.

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