Lehrlinge in Rostock : Ungarische Azubis lernen Praxis in MV

Absolvieren ein Praktikum in Rostock: Tóth Sándor (l.) und Biczó Márk Antal aus Ungarn lernen in Deutschland viel Neues.
Absolvieren ein Praktikum in Rostock: Tóth Sándor (l.) und Biczó Márk Antal aus Ungarn lernen in Deutschland viel Neues.

Kreishandwerkerschaft begrüßt 1000. Lehrling aus dem Urlaubsland in Rostock

svz.de von
22. August 2016, 08:00 Uhr

Bäcker, Gärtner, Mechaniker, Pflegekräfte – etwa 70 Auszubildende aus Ungarn absolvieren derzeit ein Praktikum in Rostock und MV. Unter ihnen konnte die Deutsch-Ungarische Gesellschaft (DUG) jetzt den tausendsten ungarischen Praktikanten im Land begrüßen. „Die Auszubildenden kommen zu uns, um hier ihre praktischen Fertigkeiten zu verbessern und höhere Qualifikationen zu erlangen“, sagt Edda Henze, Vorsitzende der DUG MV.

Da die Ausbildung in Ungarn vollzeitschulisch erfolge, fehle vielen der praktische Bezug. Den holen die Lehrlinge gern in Rostock nach – auch, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die deutsche Kultur genauer kennenzulernen, sagt Tóth Sándor. Der 17-Jährige stammt aus Nagykörös nahe Budapest, wo er an der Berufsschule das Bäcker-Handwerk erlernt und in den Lehrstätten täglich etwa 100 Brote herstellt. „Die Arbeitsprozesse sind sehr unterschiedlich. Hier gibt es große, moderne Maschinen, an denen man alles einstellen kann. Alles ist vollautomatisiert und wird in viel größeren Mengen gemacht“, sagt der Ungar. Auch die Produkte seien anders – viel süßer als in seiner Heimat, doch auch dort gebe es Vollkorn- und Roggenbrote. Seit inzwischen zehn Jahren verbringen die Praktikanten zwischen drei und elf Wochen ihrer Sommerferien in MV – je nach Vorgabe der Schule. Vermittelt werden die Jobs in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Rostock-Bad Doberan.

Am Sonnabend, dem ungarischen Nationalfeiertag, haben sie im Waldemarhof gemeinsam mit ihren Arbeitgebern einen kulturellen Nachmittag mit Vorträgen, Musik und Tanz verbracht. Die deutschen Unternehmer sind zufrieden mit ihren Schützlingen: „Wir haben inzwischen schon das fünfte oder sechste Jahr Praktikanten aus Ungarn“, sagt Frank Völker, Produktionsleiter aus Grimmen. „Die jungen Leute sind sehr liebenswert, fleißig und dankbar für diese Chance – anders als manche Azubis von hier“, so der Bäcker. Neben der praktischen Arbeit lege die DUG zudem großen Wert auf den kulturellen Austausch, so die Vorsitzende. Deshalb geht der Weg auch andersherum: „In den letzten acht Jahren sind auch 100 Lehrlinge aus MV in Ungarn gewesen“, sagt Edda Henze.

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