Rostock : Unfall-Zebrastreifen wird verlegt

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Nach Kollisionen mit Todesfolge rückt Fußgängerüberweg in der Groß Kleiner Werftallee näher an Schulcampus und Begegnungszentrum

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22. August 2016, 05:00 Uhr

Zwei Tote und mehrere Verletzte haben Unfälle am Zebrastreifen in der Groß Kleiner Werftallee allein in diesem Jahr gefordert. Deshalb soll der Fußgängerüberweg jetzt sicherer werden – und gemäß dem Wunsch der Anwohner verlegt werden. „Der neue Fußgängerüberweg wird zirka 30 Meter in südliche Richtung verschoben, direkt an den Schulcampus und das Stadtteil- und Begegnungszentrum“, sagt Verkehrssenator Holger Matthäus (Grüne).

Für Groß Kleins Ortsbeiratsvorsitzenden Uwe Michaelis (SPD) die richtige Entscheidung: „Es ist häufig zu beobachten, dass die Leute Höhe Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg die Straße queren.“ Zudem sei die Werftallee durch die Erweiterung des Gewerbegebiets und steigende Beschäftigtenzahlen in den Werften immer stärker frequentiert. „Auf dieser Grundlage ist auch die Entscheidung zur Verlegung gefallen, die Bauplanung ist bis auf die lichttechnische Berechnung abgeschlossen“, so Matthäus. 100 000 Euro seien dafür im Haushalt 2017 eingeplant.

Hintergrund: Im Januar waren in zwei Unfällen zwei Passanten von Autos erfasst und getötet worden – jeweils bei Dunkelheit. In beiden Fällen musste davon ausgegangen werden, dass die Beleuchtung des Zebrastreifens für die Autofahrer nicht ausgereicht hatte, um die Fußgänger zu sehen. Kurzfristig hatte die Verkehrsunfallkommission der Hansestadt um Ordnungssenator Chris Müller (SPD) die in der Werftallee geltende Geschwindigkeitsbegrenzung ganztags auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert und die Beleuchtung verstärkt. Auch die Verlegung des Streifens wurde erwogen. Seit der Gründung des Amtes für Verkehrsanlagen Anfang Juni untersteht die Unfallkommission dem Senatsbereich von Matthäus. Der will sich den Schwächeren im Verkehr widmen und diesen sicherer machen. In der Werftallee bedeutet das neben der Verlegung des Überwegs auch, die Beleuchtung zu verstärken und Geländerbügel als Zwangsführung zu installieren. Zudem ist die Verziehung des Straßenbordes geplant, um eine bessere Sichtbarkeit der Fußgänger zu erreichen und damit auch eine Einengung der Straße, so Matthäus. Erneuert werden musste der Zebrastreifen ohnehin, da er aktuellen Anforderungen nicht mehr entspricht. „Beschilderung, Markierung und Beleuchtungsstärke basieren noch auf alten Richtlinien und DIN-Vorschriften“, sagt der Bausenator. Die Neuanlage wolle er noch in diesem Jahr beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr MV beantragen. Eine Ampel soll aber nicht entstehen. „Das wäre auch nicht notwendig. Wir haben ja eine vorne am Sportplatz“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende Michaelis. Der Fußgängerüberweg und Tempo 30 sollen aber unbedingt bleiben werden, so der Groß Kleiner.

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