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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 20:57 Uhr

Unfälle: Tiefststand bei Verletzten

vom

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2012 | 09:45 Uhr

Rostock | Mit 29 Unfällen im Vorjahr steht die Kreuzung Am Vögenteich, August-Bebel- und Arnold-Bernhard-Straße an Platz 1 der gefährlichsten Ecken in Rostock. Insgesamt führt die Polizei in ihrer Verkehrsunfallstatistik 19 Häufungsstellen auf. "Voraussetzung sind mindestens fünf gleichartige Unfälle, unabhängig von der Schwere", sagt Rudolf Lazar, Verkehrsexperte der Polizei. Hinzu kommen noch zwei Häufungslinien: die Stadtautobahn zwischen der Einmündung An der Jägerbäk und Straßenbahnbrücke Evershagen sowie die L22 zwischen Neuer Werderstraße und dem Kanonsberg.

Insgesamt allerdings hat die Zahl der Unfälle im vergangenen Jahr abgenommen und liegt bei mehr als 5700. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 krachte es noch rund 10 800-mal. "Wir entwickeln uns in eine positive Richtung", sagt Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Erfreulich sei insbesondere die sinkende Zahl der Schwerverletzten. Mit 57 wurde in dieser Hinsicht ein neuer Tiefstwert erreicht, ebenso wie bei den 672 Leichtverletzten. "Das liegt auch daran, dass die Autos sicherer werden", sagt Ebert. Dennoch starben im vergangenen Jahr fünf Menschen auf Rostocks Straßen. "Das ist bedauerlich genug, aber wir stagnieren auch hier", so der Polizeioberrat.

Dabei geholfen haben unter anderem auch die schon entschärften Unfallhäufungsstellen. So wurde beispielsweise am jahrelangen Brennpunkt Warnow allee und Osloer Straße ein Kreisverkehr gebaut. "Seitdem gab es dort nur einen Unfall, als ein Betrunkener auf die Verkehrsinsel gefahren ist", sagt Lazar. An der Ecke Stadtautobahn und Güstrower Straße in Lichtenhagen, wo es seit 2002 die meisten Toten und Schwerverletzten gegeben hat, wurde mittlerweile die Geschwindigkeit herabgesetzt und ein Blitzer installiert. Auch der Stadtautobahn-Abschnitt An der Jägerbäk und Schmarler Damm soll umgestaltet werden. Für die Steintor-Kreuzung erarbeitet ein Dresdener Institut derzeit Vorschläge. Dort war im vergangenen Jahr eine Frau gestorben.

Wie in den vergangenen Jahren auch sind ein zu geringer Abstand, Vorfahrtsmissachtung, überhöhte Geschwindigkeit sowie Alkohol am Steuer Hauptunfallursachen. Außerdem verzeichnete die Polizei einen sprunghaften Anstieg von Wildunfällen. "Die haben mit 35 Prozent deutlich zugenommen", sagt Ebert. Besonders gefährlich seien die L22 zwischen Torfbrücke und Hinrichsdorf, der Verbindungsweg sowie die Stadtautobahn. "Die Masse sind Wildschweine", so Lazar. Sie machten immer dort Ärger, wo es wenig Bebauung gebe.

Im Verhältnis zu ihrem zehnprozentigen Anteil an der Bevölkerung sticht bei den Verursachern mit knapp 18 Prozent die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen heraus. Noch etwas darüber liegen die

45- bis 54-Jährigen und die 25- bis 34-Jährigen. Positiv hingegen: "Beim begleiteten Fahren mit 17 haben wir nur einen Unfall mit Sachschaden registriert", so Ebert. Dafür mache ihm ein anderes Thema Sorgen: "Jeder Vierte entfernt sich unerlaubt vom Unfallort."

Er kündigt für dieses Jahr wieder verstärkte Kontrollen an, wobei die Autofahrer sofort nach ihrem Vergehen angehalten werden sollen. "Wir werden den Flächendruck deutlich erhöhen", so Ebert. Im Vorjahr war dies unter anderem wegen der Neustrukturierung der Polizei stark zurückgefahren worden. So hatten die Beamten mit rund 15 500 Ordnungswidrigkeiten im Vergleich zu 2010 nur etwa die Hälfte aufgenommen. Die registrierten Geschwindigkeitsübertretungen gingen sogar um 75 Prozent zurück, auf knapp 3400. Denn das eigene Messfahrzeug wurde abgegeben und die Verantwortung für die festen Blitzer liegt bei der Kommune.

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