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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 15:12 Uhr

Maritimes : „Undine“ ist auf ihrer letzten Fahrt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ein Binnenschlepper bringt das ehemalige Bäderschiff heute nach Wittenberge. Am Dienstag soll der reisende Rumpf in Rostock ankommen.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Der 150 Tonnen schwere Eisen-Rumpf der „Undine“ bewegt sich immer weiter in Richtung Rostock. Die planmäßige Ankunft am Freitag kann das 104 Jahre alte Bäderschiff aber nicht einhalten. Dafür wird die „Undine“ aber aller Voraussicht nach am Dienstag in Warnemünde begrüßt, wenn sie den Molenkopf passiert, sagt Steffen Wiechmann vom Freundeskreis Maritimes Erbe. Der Verein organisierte als Eigner die Rückkehr der „Undine“ aus der Werft in Dresden-Laubegast, wo sie seit April 2007 lag. Während die einen Deutschlands ältestes Seebäderschiff in Warnemünde feiern, werden die anderen Vereinsmitglieder und Sympathisanten am Stadthafen auf die „Undine“ warten. Auf Höhe des Aida-Gebäudes bekommt sie ihren neuen Liegeplatz. Lange soll sie dort aber nicht bleiben. Die denkmalgeschützte „Undine“ soll an Land stehen und Teil der maritimen Meile am Stadthafen werden.

Die Stadt hat den Freundeskreis Maritimes Erbe bei seinem Vorhaben, die „Undine“ zu bewahren, unterstützt. Und will das auch weiterhin, sagt Kulturamtsleiterin Michaela Selling. „Die Ämter stimmen sich gerade ab, wo die ,Undine’ liegen kann.“ Die bisher favorisierten Plätze sind nahe dem Hellingkran oder auf einer Freifläche am Fähranleger Am Kabutzenhof. Die Lage am beziehungsweise auf dem ehemaligen Gelände der Neptun-Werft ist kein Zufall.

„Die ,Undine’ ist eines der letzten Zeugnisse dessen, was die Neptun-Werft vom Stapel ließ“, sagt Selling. 1910 wurde sie dort im Auftrag des Rostocker Kapitäns Paul Mestermann gebaut – als Dampfschiff „Kronprinz Wilhelm“. Nach dem Umbau zum Motorschiff wurde sie als „Undine“ von der Weißen Flotte Stralsund eingesetzt. 1993 lief das Schiff im Bodden auf Grund.

Die Historie der „Undine“ soll sich künftig für den Betrachter offenbaren – aber nicht nur über eine Infotafel. Auch künstlerisch soll das Zeugnis maritimer Geschichte inszeniert werden. „Das Schiff soll erlebbar gemacht werden“, sagt Selling. Dafür will die Stadt im November Studenten der Hochschule für Grafikdesign Wismar gewinnen. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, so Selling. In einem Jahr soll die „Undine“ dann ihren Platz an Land einnehmen.

„Und auch dafür brauchen wir noch Geld“, sagt Wiechmann. Aktuell fehle noch Geld für die Verschleppung aus Dresden. Und auch die Instandsetzung, das Aufziehen eines Behelfsdecks, das Heben aus dem Hafenbecken geht nicht ohne Kosten. „Das geht nur unter Beteiligung der Öffentlichkeit“, sagt Selling, auch wenn die Stadt finanziell helfe.

Heute bewegt sich die „Undine“ von Niegripp nach Wittenberge. Dort wird sie eine zweitägige Pause einlegen und Sonnabend weiterfahren in Richtung Lübeck. „Miss Ed“, der Binnenschlepper, der sie bislang zog, beendet dort seinen Dienst und übergibt den maritimen Koloss dem nächsten Schlepper. Acht Stunden wird die Überfahrt nach Rostock dauern, die nur gelingt, wenn der Wellengang nicht zu stark wird, sagen Werftarbeiter aus Dresden, die die Undine unentgeltlich wassertauglich machten. „Die Werft hat sich aufgrund des schönen Ansinnens, das Schiff erlebbar zu machen, dazu bereit erklärt“, sagt Selling.

Spenden unter: mare-rostock.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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