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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Oktober 2017 | 02:39 Uhr

Unbekannte stehlen Gedenktafel

vom

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2012 | 07:50 Uhr

Rostock | Kurz vor dem Start der Innenministerkonferenz gestern in Warnemünde haben Unbekannte in der Nacht die Gedenktafel geklaut, die an die Ausschreitungen in Lichtenhagen vor 20 Jahren erinnern sollte. An ihrer Stelle hinterließen sie am Rostocker Rathaus ein weißes Schild mit der Aufschrift "Für immer Deutschland!". Die Innenminister sprachen sich im Anschluss für ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD aus.

Entdeckt wurde der Diebstahl, der sich vermutlich zwischen 2.25 und 2.50 Uhr abgespielt hat, durch den Mitarbeiter eines Wachdienstes. Die zu Hilfe gerufene Polizei fand am Tatort nur noch das bereits abgefallene Schild vor, das sie für die Spurensicherung sicherstellte. Sie sucht nun nach den Tätern und bittet dazu um Hinweise möglicher Zeugen.

Tief enttäuscht von dem Vorfall zeigt sich Jochen Thelo, Sprecher des Bündnisses 20 Jahre nach den Pogromen - Das Problem heißt Rassismus. "Grade mal drei Monate hing die Tafel, bis sie von Nazis gestohlen wurde", sagt er. Angebracht hatten sie Demonstranten während einer feierlichen Kundgebung am 25. August, dem 20. Jahrestag der Ereignisse von Lichtenhagen. Damals waren rund 3000 Menschen auf den Neuen Markt gekommen, um gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit zu demonstrieren. "Nazis versuchen erneut, das Gedenken an die neonazistischen Verbrechen 1992 zu unterbinden und zu stören", so Thelo.

Die Tafel ist eine Nachfertigung der Tafel, die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld bereits kurz nach dem Brandanschlag anbringen wollte. Sie war damals festgenommen und verhört worden.

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