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IGA-Park oder Stadthafen Rostock? : Umzug des Traditionsschiffs kostet 3,7 Millionen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rathaus reicht Entwurf für den Bürgerentscheid beim Innenministerium ein. Stadthafen wird auf 6,50 Meter Tiefe ausgebaggert. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 10.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Am 24. September wählen die Rostocker nicht nur den neuen Bundestag, sondern stimmen auch über den Standort des Traditionsschiffs ab: IGA-Park oder Stadthafen? Die zugehörige Vorlage hat das Rathaus Ende vergangener Woche an das Innenministerium geschickt, das der genauen Fragestellung und dem Termin des Bürgerentscheids zustimmen muss. Demnach rechnet die Verwaltung im Falle einer Verlegung des gesamten Ensembles mit Kosten in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro. Enthalten sind Baggerarbeiten, Schlepperkosten und Infrastruktur-Ausgaben, etwa für den Strom und Gasanschluss. Hinzu kommen rund 111 500 Euro für den Bürgerentscheid. Die gesamte Summe soll im Haushalt 2018 einkalkuliert werden.

Neben dem Traditionsschiff „Dresden“ betrifft der Bürgerentscheid auch den Schwimmkran Langer Heinrich und das Betonschiff „Capella“ sowie die Zustimmung zu einem landseitigen Anbau. Eine bereits beauftragte Machbarkeitsstudie soll Vor- und Nachteile aufzeigen, Besucherpotenzial und Wirtschaftlichkeit beider Standorte bewerten und Fördermöglichkeiten untersuchen. Ihre Ergebnisse werden für Mitte des Jahres erwartet. Fördermittel waren bereits vor der IGA 2003 geflossen, unter anderem 1,2 Millionen Euro für Anlagen wie die Pier, das Betonschiff und den Langen Heinrich. Laut Vorlage könnten maximal 700 000 Euro davon zurückgefordert werden. Das Wirtschaftsministerium beharre zudem weiter auf einer dreijährigen Testphase. Erst danach solle eine endgültige Standortentscheidung fallen. Unabhängig von der möglichen Verlegung des Traditionsschiffs wird der Stadthafen ab der zweiten Jahreshälfte bis zum Christinenhafen auf 6,50 Meter ausgebaggert. Weil der Boden so stark mit Mineralölkohlenwasserstoffen belastet ist, dass er nicht wie geplant auf die Spülfelder der Stadt ausgebracht werden kann, werden allerdings nur noch rund 30 000 statt 70 000 Kubikmeter bewegt.

Sie sollen vorerst in eine Unterwasser-Grube vor dem Marinestützpunkt gepumpt werden, erklärt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Dort lagere bereits deutlich stärker belastetes Material. „Die Sedimente neigen nicht zur Verflüssigung, es besteht überhaupt keine Gefahr“, sagt Müller.

Das gelte auch für den stärker belasteten Boden im Ludewigbecken und vor der ehemaligen Riedel’schen Dachpappenfabrik. Diese Abschnitte sind von den aktuellen, 1,5 Millionen Euro teuren Baggerarbeiten des Bundes nicht betroffen.

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