Wissenschaft : Umweltpreis geht an Jungforscher

Patentierte Erfindung: Für ihr Forschungsprojekt „Spektaqua“ sind Luise Pevestorff und Edgar Zander mit dem Umweltpreis der Hansestadt ausgezeichnet worden. Das neuartige Messgerät für Wasserverschmutzungen gilt als weitaus preiswerter als alles vergleichbare auf dem Gebiet.
Patentierte Erfindung: Für ihr Forschungsprojekt „Spektaqua“ sind Luise Pevestorff und Edgar Zander mit dem Umweltpreis der Hansestadt ausgezeichnet worden. Das neuartige Messgerät für Wasserverschmutzungen gilt als weitaus preiswerter als alles vergleichbare auf dem Gebiet.

Stadt ehrt Rostocker Nachwuchstalente Luise Pevestorff und Edgar Zander für ihr Projekt „Spektaqua“. Patent ist bereits gesichert.

svz.de von
07. Juni 2016, 21:30 Uhr

Für ihr Projekt „Spektaqua“ sind die Rostocker Nachwuchswissenschaftler Luise Pevestorff und Edgar Zander gestern mit dem Umweltpreis der Hansestadt ausgezeichnet worden. Das neuartige Messgerät zur Untersuchung der Wasserqualität haben die beiden 20-jährigen Studenten in den vergangenen drei Jahren gemeinsam entwickelt – damals noch als Schüler der Werkstattschule. Inzwischen ist das Patent an der Erfindung gesichert.

„Wir wollten ein Verfahren entwickeln, das schnell und zuverlässig Verschmutzungen in der Warnow – und anderen Gewässern – misst“, sagt Luise Pevestorff. Die Schüler waren damals auf die Idee gekommen, als in der Gegend um den Rostocker Hafen Wasserverunreinigungen aufgetreten waren, deren Ursache unklar blieb. „Es wird eine Wasserprobe auf ein Wattepad gegeben, durch das Stromstöße geleitet werden“, erklärt die Physikstudentin. Anhand der Intensität und Farbe der Lichtwellen könne man schließlich feststellen, welche Schwermetalle in den Proben vorkommen.

„Natürlich können kleine Erfolge nicht die Welt retten, aber sie sind ein Hoffnungsschimmer“, sagte Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) in seiner Festrede. Den mit 3500 Euro dotierten Umweltpreis vergibt die Hansestadt alle zwei Jahre an Projekte, die sich für den Umweltschutz einsetzen. Das Preisgeld wollen die Nachwuchsforscher zur Erneuerung ihres Patents einsetzen. Weitere eigene Projekte seien momentan nicht geplant. „Wir hoffen natürlich, dass Firmen auf uns aufmerksam werden und das Gerät vertreiben wollen“, sagt Edgar Zander. Der Prototyp würde derzeit etwa 5000 Euro kosten. Gemeinsam mit dem Institut für Bildung und Forschung (Bilse) engagiere er sich zudem für die nächste Forschergeneration: „Mir ist es wichtig, junge Schüler zu animieren, sich auch außerhalb des Unterrichts mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen“, sagt der 20-jährige Chemiestudent. Mit dem Bilse arbeite er bereits daran, ein eigenes Jugendforschungszentrum in Rostock einzurichten.

Das Projekt

… „Spektaqua“ haben die Studenten Luise Pevestorff und Edgar Zander in drei Jahren – zu Beginn noch als Schüler – entwickelt. Das Messgerät vereinfacht die Bestimmung von Schwermetall-Ionen in Trink-, Meer- oder Grundwasser und zeichnet sich durch seine einfache Funktionsweise aus. Es ist weitaus preiswerter als konventionelle Analysegeräte.

Die Auszeichnung

… ist mit 3500 Euro dotiert. Sie wird seit 1993 alle zwei Jahre an verdienstvolle Projekte im Sinne des Umweltschutzes verliehen. Die Jury besteht aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, der Bürgerschaft und dem Rektor der Universität Rostock.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen