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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 06:28 Uhr

Ordnung : Umparken für die Sauberkeit?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Stadt will temporäre Halteverbote für Straßenreinigung. Dazu sollen auch die Ortsbeiräte ihre Meinung abgeben.

Für saubere Straßen zahlen die Rostocker. Wenn die Straßenreinigung aber nicht durch- beziehungsweise nicht an den Schmutz rankommt, bleibt es dreckig, ob bezahlt oder nicht. Deswegen sollen die Zeitstraßen zurückkommen. „Wir planen, in einigen Straßen temporäre Halteverbotsschilder zum Zwecke der Straßenreinigung aufzustellen“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Einmal die Woche, für eine Stunde müssen dann die Fahrzeuge woanders parken, damit die gesamte Straße gereinigt werden kann.

Sinnvoll findet das die Stadtentsorgung Rostock als Auftragnehmer der Stadt. „Wo Autos parken, ist die Reinigung nur bedingt möglich“, sagt Sprecher Steffen Böhme. Der Dreck sammele sich neben den Pkw am Bordstein. Die Reinigungsfahrzeuge kommen nicht ran.

In welchen Straßen das kurzweilige Halteverbot gelten soll, will der Ordnungssenator nicht allein festlegen, sondern die beteiligen, die sich in den Vierteln besonders gut auskennen. Die Absicht, das wiedereinzuführen, gebe es schon länger. „Für mich war es selbstverständlich, dass wir das nicht ohne Beteiligung der Ortsbeiräte machen.“ Die Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten und Ortsämtern sei für ihn das, neben dem Haushalt, wichtigste Themenfeld. „Es ist eine unglaubliche Chance, weil wir durch die kommunale Selbstverwaltung in den Stadtteilen sehr nah an den Menschen sind“, so Müller.

In Warnemünde wird vorerst auf das Aufstellen der Schilder verzichtet. Durch die Baumaßnahmen sei die Parksituation derartig angespannt, „dass eine weitere Beschränkung im Moment nicht hinnehmbar ist“, sagt Müller. Nun ist der Parkdruck in der KTV auch nicht gering. Dort hat Müller aber drei Straßen zur Debatte gestellt, deren Zustand besonders schlecht sei: Klosterbachstraße, Eschenstraße und der Patriotische Weg. „Ich finde es sehr gut, dass er vorher nachfragt“, sagt Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer, „in der Klosterbachstraße sehe ich zum Beispiel keine Notwendigkeit“. Die Mehrheit der Beiratsmitglieder sei aber für die Einführung. Zudem folgt der Ortsbeirat Müllers Vorbild der Beteiligung. In der nächsten Sitzung am 10. September um 19 Uhr im Wohnprojekt Lindenhof, Bei den Polizeigärten 4, können sich Anwohner äußern.

Der Ortsbeirat Hansaviertel hat seine Entscheidung schon gefällt, sagt der Leiter des zuständigen Ortsamtes Thomas Wiesner. Für die Bremer, die Soester und die Lüneburger Straßen gingen Empfehlungen raus. Auf saubere Straßen, findet Wiesner, haben die Einwohner einen Anspruch.

Auch Werner Simowitsch, Vorsitzender des Ortsbeirats Stadtmitte, sprach sich für die Reinigung von Koßfelder-, Augusten- und Zelkstraße aus. Die Zeit ohne Zeitstraßen hätte sich in der Ordnung bemerkbar gemacht. Alle neun bislang zur Debatte stehenden Straßen entstammen der Reinigungsklasse 6, werden also einmal in der Woche gereinigt.

Wenn Müller alle Rückmeldungen hat, will er sich mit den Ämtern abstimmen. Eine Einführung im Herbst ist anvisiert. „Nach Ablauf einer bestimmten Zeit werden wir das aber durchaus noch mal kritisch hinterfragen. Die Straßenreinigung ist der eine Aspekt, der andere ist, dass eine Menge Bürger in der Zeit ihr Auto woanders parken müssen.“ Das sei nicht ganz konfliktfrei. Notfalls würde er davon wieder Abstand nehmen, sagt Müller, „wenn das mehr Schaden als Nutzen anrichtet“.

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